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Lululemon beruft Ex-Levi-Chef Bergh in den Verwaltungsrat

Der Yogamode-Konzern reagiert auf Aktionärsdruck und schwache US-Zahlen mit einer personellen Neuaufstellung im Board.

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Lululemon beruft Ex-Levi-Chef Bergh in den Verwaltungsrat

Lululemon Athletica hat den ehemaligen Levi-Strauss-Chef Chip Bergh in seinen Verwaltungsrat berufen. Der Schritt erfolgt zu einem heiklen Zeitpunkt: Firmengründer Chip Wilson drängt öffentlich auf eine Umstrukturierung des Boards, um den anhaltenden Umsatzrückgang im amerikanischen Heimatmarkt zu stoppen. Bergh übernimmt den Sitz von David Mussafer, Chairman und Managing Partner der Private-Equity-Gesellschaft Advent International, der dem Unternehmen seit September 2014 als Lead Director gedient hatte.

Die Personalie kommt nicht ohne Kontext: Lululemon kämpft seit Monaten mit schwächelnden US-Verkäufen, während der Wettbewerb im Athleisure-Segment zunimmt. Mussafer war bereits von 2005 bis 2010 Mitglied des Boards gewesen – sein Abgang markiert damit das Ende einer langen Ära.

Enttäuschende Zahlen aus den USA

Gleichzeitig veröffentlichte Lululemon seine Finanzergebnisse für das am 1. Februar endende Quartal. Der Nettoumsatz stieg zwar um 1 Prozent auf 3,6 Milliarden US-Dollar, doch das Wachstum kam ausschließlich aus dem Ausland. Der Umsatz in der Region Amerika, dem mit Abstand wichtigsten Markt des Unternehmens, brach um 4 Prozent ein.

Das internationale Geschäft entwickelte sich deutlich besser: Dort legte der Umsatz um 17 Prozent zu und zeigt, dass die Marke außerhalb Nordamerikas weiter an Strahlkraft gewinnt. Für Anleger bleibt der US-Markt jedoch der entscheidende Gradmesser.

Besonders belastend war der Rückgang beim Nettogewinn: Dieser sank um 22 Prozent von 748 Millionen auf 587 Millionen US-Dollar. Als Hauptursache nannte das Unternehmen verstärkte Preisnachlässe, die auf die Margen drückten. Für deutsche Investoren, die Lululemon-Aktien im Depot halten, sind das keine ermutigenden Signale.

Druck von außen wächst

Im Hintergrund agiert Firmengründer Chip Wilson, der seit Längerem öffentlich Kritik an der Unternehmensführung übt. Er fordert eine grundlegende Neuaufstellung des Boards, um die strategische Ausrichtung zu korrigieren. Mit der Berufung von Chip Bergh, der Levi Strauss jahrelang erfolgreich durch einen Turnaround geführt hatte, sendet Lululemon ein klares Signal: Das Unternehmen setzt auf Erfahrung mit Markenrestrukturierung.

Ob diese Personalentscheidung ausreicht, um die operative Schwäche im US-Markt zu überwinden, bleibt abzuwarten. Anleger werden vor allem auf die Entwicklung der amerikanischen Umsätze in den kommenden Quartalen achten.

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