LSEG-Aktie steigt nach Ankündigung von Milliarden-Aktienrückkäufen
Die London Stock Exchange Group plant Rückkäufe im Volumen von 3 Milliarden Pfund und verspricht höhere Margen.

Die Aktie der London Stock Exchange Group (LSEG) hat am Dienstag im europäischen Handel um 6,1 Prozent zugelegt. Auslöser war die Ankündigung des Unternehmens, Aktien im Wert von 3 Milliarden Pfund – umgerechnet rund 4,07 Milliarden US-Dollar – zurückzukaufen und die Profitabilität in den kommenden Jahren deutlich zu steigern.
Der Kursanstieg kommt zu einem kritischen Zeitpunkt: LSEG hatte im vergangenen Jahr mehr als ein Viertel seines Börsenwerts eingebüßt. Belastet wurde die Aktie unter anderem durch Sorgen rund um Künstliche Intelligenz – einige Investoren befürchteten, dass neue KI-Tools die Nachfrage nach den Datendiensten des Unternehmens langfristig schwächen könnten.
Aktivist Elliott erhöht den Druck
Im Hintergrund agiert der bekannte aktivistische Investor Elliott Investment Management. Der Hedgefonds hatte sich zuletzt beim Londoner Börsenbetreiber eingekauft und fordert seither verstärkte Aktienrückkäufe sowie eine Verbesserung der Gewinnmargen auf das Niveau der Konkurrenten. Das hatte das Wall Street Journal Anfang des Monats berichtet.
Elliotts Forderungen richten sich auf eine strukturelle Verbesserung der Rentabilität. LSEG steht im direkten Wettbewerb mit Schwergewichten wie S&P Global und Intercontinental Exchange, dem Betreiber der New York Stock Exchange – Unternehmen, die teils deutlich höhere Margen ausweisen.
Kurserholung nach schwachem Jahr
Mit dem heutigen Kurssprung holt LSEG einen Teil der Verluste des laufenden Jahres auf. Der Finanzdatenanbieter und Börsenbetreiber ist in Deutschland vor allem durch seine Refinitiv-Datendienste bekannt, die er 2021 von der London Stock Exchange übernommen hatte. Für deutsche Anleger ist LSEG als Betreiber kritischer Finanzmarktinfrastruktur und als Datenanbieter von strategischer Bedeutung.
