Kurseinbruch an US-Börsen erschüttert Technologiewerte
Handelskonflikte, Rezessionsängste und interne Probleme belasten Tesla, Apple und Co.

Die US-Aktienmärkte erlebten am Montag einen erheblichen Einbruch. Der Technologieindex Nasdaq verlor vier Prozent, was den größten Tagesverlust seit 2022 darstellt. Auch der breite S&P 500 musste mit einem Minus von 2,7 Prozent den größten Rückgang des Jahres hinnehmen. Besonders betroffen waren die sogenannten "Magnificent 7"-Technologieaktien, darunter Apple, Tesla, Nvidia, Alphabet, Meta, Amazon und Microsoft.
Die Verluste setzen sich am Dienstag an den asiatischen Börsen fort. Der Kursrutsch wird maßgeblich durch die Verunsicherung über die Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump befeuert. In einem am Sonntag ausgestrahlten Interview wollte Trump eine mögliche Rezession nicht ausschließen. Zudem führt er seinen Handelskrieg nicht nur gegen China, sondern auch gegen langjährige Partner wie Kanada und Mexiko.
Unklar bleibt, wie lange die von Trump angesprochene wirtschaftliche Übergangsperiode andauern wird. Sein Chef-Wirtschaftsberater Kevin Hassett äußerte sich optimistisch und erklärte, dass bis Anfang April die Unsicherheiten bezüglich der Zölle ausgeräumt sein könnten. Dann könnten sich Investoren wieder auf Steuerkürzungen, Deregulation und das Potenzial künstlicher Intelligenz konzentrieren.
Besonders stark unter Druck geriet die Tesla-Aktie, die um 15 Prozent absackte und nachbörslich weiter fiel. Noch größer war der Kursverlust des Bitcoin-Spekulanten Microstrategy mit 16,8 Prozent. Auch Apple blieb von den Entwicklungen nicht verschont. Der Kurs gab fast fünf Prozent nach und ist seit Jahresbeginn um neun Prozent gefallen. Analysten betrachten Apple traditionell als sicheren Hafen in Krisenzeiten, doch die aktuellen Entwicklungen stellen dieses Image infrage. Neben der Unsicherheit über Zölle sieht sich Apple mit technologischen Rückständen im Bereich der künstlichen Intelligenz konfrontiert.
Tesla kämpft zusätzlich mit internen Problemen. Eine Protestkampagne gegen den Elektroautobauer nimmt Fahrt auf, wobei sogar Cybertrucks in Brand gesetzt werden. Tesla-Chef Elon Musk sieht die Verantwortung dafür bei Investor George Soros und LinkedIn-Mitgründer Reid Hoffman, was dieser jedoch zurückwies. Hoffman konterte die Vorwürfe mit einer Grafik, die den Kursverfall der Tesla-Aktie symbolisierte.
Zunehmend kritisieren Aktionäre Musks mangelnden Fokus auf Tesla. Insbesondere das Model Y und Model 3 kämpfen mit schwachen Absatzzahlen. Eine Ankündigung eines günstigeren Tesla-Modells könnte Anleger besänftigen, doch die Unsicherheit über staatliche Förderungen für Elektrofahrzeuge sorgt für zusätzliche Zurückhaltung. Da Trump keine Sonderregelungen für Tesla oder Apple in Aussicht stellt, bleibt der Druck auf beide Unternehmen bestehen.
Der Handelsstreit belastet weiterhin die Aktienmärkte. Besonders Tech-Werte mit hoher Bewertung sind betroffen. Nvidia könnte jedoch neues Vertrauen in Technologieaktien schaffen. Am kommenden Montag wird Konzernchef Jensen Huang auf einer Konferenz im Silicon Valley sprechen. Anleger hoffen auf Ankündigungen, die die Kurse stützen könnten. Dennoch bleiben die Zweifel an den hohen Bewertungen vieler Technologiekonzerne bestehen. Die Märkte dürften auch in den kommenden Tagen volatil bleiben.
