Kursblase bei den 'Großen Sieben': Bewertungen und Risiken
Analyse der US-Konzerne zeigt Überbewertung und Herausforderungen, besonders für Tesla

Die Finanzmärkte verfolgen gespannt die Entwicklung der "Großen Sieben", den sieben wertvollsten US-Konzernen. Die Aktien dieser Unternehmen sind in den letzten Jahren regelrecht explodiert. Innerhalb eines Jahres hat Tesla seinen Aktienkurs mehr als verdoppelt, während Meta, der Mutterkonzern von Facebook, einen Anstieg von 179 Prozent verzeichnete. Auch der Chiphersteller Nvidia konnte seinen Wert um mehr als das Dreifache steigern, während Apple, <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AGOOG">Alphabet, Microsoft und Amazon jeweils über 40 Prozent Kurszuwachs verzeichnen konnten.
Diese sieben US-Konzerne stehen weltweit an der Spitze, gemessen an ihrem Börsenwert. Lediglich der saudi-arabische Ölkonzern Saudi Aramco konnte sich auf den dritten Platz schieben. Trotz der rasanten Kurssteigerungen sind die meisten Experten jedoch optimistisch, dass die "glorreichen sieben" weiterhin erfolgreich sein werden, insbesondere diejenigen, die die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz vorantreiben.
Ein genauerer Blick in die Bilanzdaten wirft jedoch Fragen auf. Die Nettogewinne der sieben Konzerne sind zwar innerhalb eines Jahres um 31 Prozent auf beeindruckende 332 Milliarden Euro gestiegen. Gleichzeitig haben ihre Aktienkurse und damit ihre Börsenwerte jedoch um 70 Prozent zugelegt. Dies hat zu einem Anstieg der Kurs-Gewinn-Verhältnisse geführt, was die Aktien anfällig für Rückschläge macht. Aktien neigen in der Regel dazu, langfristig zu ihren Durchschnittsbewertungen zurückzukehren.
Aktuell sind die "Großen Sieben" im Durchschnitt mit dem 32-fachen des Jahresnettogewinns bewertet, basierend auf den von Analysten erwarteten Gewinnen in den kommenden vier Quartalen. Dieses Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) ist zweifelsohne hoch, verglichen mit dem durchschnittlichen KGV von 20 für die Top 100 weltweit größten Unternehmen. Dennoch liegen selbst diese Werte etwa 15 Prozent über dem langjährigen Durchschnitt.
Die Bewertungen erscheinen am gerechtfertigtsten für Alphabet, Meta und Microsoft, die ihre Gewinne im letzten Jahr zweistellig steigern konnten. Amazon verzeichnete nach einem Nettoverlust im Vorjahr sogar einen Milliardengewinn. Am teuersten sind hingegen Nvidia, Apple, Microsoft und Amazon.
Die hohe Bewertung von Tesla ist besonders problematisch. Mit einem Börsenwert von 746 Milliarden Euro ist das Unternehmen mehr als zehnmal so teuer wie Mercedes-Benz, obwohl Mercedes voraussichtlich deutlich mehr Gewinn erzielen wird. Tesla steht zudem unter starkem Wettbewerbsdruck, insbesondere von chinesischen Elektroautobauern wie BYD. Dieser Druck dürfte in Zukunft noch weiter zunehmen und die Gewinne von Tesla beeinträchtigen.
Im Gegensatz dazu konnte Nvidia seinen Gewinn im letzten Jahr versechsfachen und wächst somit in seine hohe Bewertung hinein. Die hohe Bewertung von Apple wird teilweise durch die hohe Profitabilität und die starke Markenstellung gerechtfertigt, obwohl das KGV hoch ist.
