Kraft Heinz CEO verwirft Aufspaltungspläne nach Berkshire-Gespräch
Steve Cahillane traf Greg Abel in Omaha – und änderte danach seinen Kurs beim 25-Milliarden-Dollar-Konzern.

Steve Cahillane, der neue CEO von Kraft Heinz, reiste kurz nach seiner Ernennung Anfang Januar nach Omaha, Nebraska. Sein Ziel: ein Kennenlerngespräch mit Greg Abel, dem neuen Chef von Berkshire Hathaway – einem der wichtigsten Aktionäre des Lebensmittelkonzerns. Das Treffen sollte weitreichende Konsequenzen haben.
Kraft Heinz befand sich zu diesem Zeitpunkt in einer ernsthaften Krise. Das Unternehmen, das Marken wie Heinz-Ketchup und Kraft-Käse unter einem Dach vereint, hatte konkrete Pläne für eine Aufspaltung in zwei eigenständige Gesellschaften entwickelt. Berkshire Hathaway hatte dieses Vorhaben jedoch bereits öffentlich abgelehnt.
Cahillane war ursprünglich mit der Umsetzung der Trennung beauftragt worden, betrachtete die Angelegenheit aber noch als offen. In Omahas Berkshire-Zentrale machte Abel seine Position unmissverständlich klar: Kraft Heinz habe zwar erhebliche Probleme, doch eine Aufspaltung werde diese nicht lösen.
Berkshire setzt sich durch
Abels Argument traf einen Nerv. Cahillane hatte dem Berkshire-Chef gegenüber betont, dass Aktionärsrenditen für ihn oberste Priorität hätten. Nach dem Gespräch entschied sich der CEO gegen die ursprünglich geplante Aufspaltung des rund 25 Milliarden US-Dollar schweren Konzerns.
Das Ergebnis zeigt, welchen Einfluss Berkshire Hathaway als Großaktionär auf die strategische Ausrichtung von Kraft Heinz ausübt. Warren Buffetts Investmentkonglomerat hält seit der Fusion von Kraft und Heinz im Jahr 2015 eine bedeutende Beteiligung an dem Lebensmittelriesen. Für deutsche Anleger, die Kraft-Heinz-Aktien im Depot halten, bedeutet die Entscheidung: Der Konzern bleibt vorerst als Einheit bestehen und muss seine Probleme auf anderem Wege lösen.
