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Kospi-Absturz: Morgan Stanley sieht keinen Zusammenbruch am Horizont

Südkoreas Leitindex Kospi erlebte einen seiner schlechtesten Handelstage – Morgan Stanley bleibt dennoch optimistisch für die Erholung.

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Kospi-Absturz: Morgan Stanley sieht keinen Zusammenbruch am Horizont

Der südkoreanische Aktienmarkt hat am Dienstag einen historischen Einbruch erlitten. Der Kospi-Index verlor während der Handelssitzung rund 10% und markierte damit laut FactSet den sechstschlechtesten Handelstag in der gesamten Geschichte des Leitindex seit Aufzeichnungsbeginn. Trotz des massiven Rückgangs sieht Morgan Stanley keinen Grund zur Panik.

Analyst Joon Seok von Morgan Stanley stuft den Rücksetzer als kurzfristiges Phänomen ein, nicht als Beginn eines anhaltenden Abschwungs. „Wir betrachten dies eher als Atempause denn als Zusammenbruch", schrieb Seok am Dienstag in einer Mitteilung an Kunden. Die Fundamentaldaten der betroffenen Aktien seien weiterhin intakt, was bedeute, dass die Verluste für Anleger wahrscheinlich nicht von Dauer sein werden.

Halbleiter-Konzentration als Hauptursache

Ein wesentlicher Grund für den überdurchschnittlich starken Rückgang liegt in der Zusammensetzung des Kospi. Der Index weist eine besonders hohe Gewichtung von Speicherchip-Aktien auf – darunter Schwergewichte wie SK Hynix und Samsung Electronics. Als der globale Halbleitersektor am Dienstag unter Druck geriet, traf dies den Kospi härter als vergleichbare Märkte weltweit.

Seok betonte jedoch, dass es bei Speicherchips und anderen KI-Produkten weiterhin Engpässe gebe. Diese strukturelle Nachfrage spreche dafür, dass sich die Aktien von ihrem jüngsten Abwärtstrend erholen können. Die hohe Konzentration auf einzelne Werte mache den Index zwar anfälliger für starke Schwankungen in beide Richtungen – sei aber kein Zeichen struktureller Schwäche.

Gewinnmitnahmen nach starker Rally

Der Einbruch vom Dienstag folgt auf eine bemerkenswert starke Kursrallye. Laut FactSet ist der Kospi im zweiten Quartal 2026 um mehr als 62% gestiegen, im Gesamtjahr 2026 sogar um fast 95%. Seok wertet den Rücksetzer daher auch als klassische Gewinnmitnahme: Anleger, die in kurzer Zeit erhebliche Gewinne erzielt haben, nutzen die Gelegenheit zum Verkauf. „Es hat sich eine gewisse Müdigkeit aufgebaut", so der Analyst.

Neben den Halbleitersorgen belasten auch geldpolitische Unsicherheiten die Stimmung der Investoren. Die Möglichkeit einer strafferen Geldpolitik sorge für Zurückhaltung, erklärte Seok. Händler warteten auf mehr Klarheit bezüglich der Geldpolitik und der weiteren KI-Trends, bevor sie wieder stärker in den Markt einsteigen.

Kursziel von 9.000 Punkten für den Kospi

Trotz der erwarteten Turbulenzen in der zweiten Jahreshälfte 2026 bleibt Morgan Stanley konstruktiv für den südkoreanischen Markt. Seok setzt ein Kursziel von 9.000 Punkten für den Kospi an. Gemessen am Schlussstand vom Dienstag entspräche das einem Anstieg von knapp 10%.

Für deutsche Privatanleger, die in südkoreanische Aktien oder entsprechende ETFs investiert sind, liefert die Einschätzung von Morgan Stanley eine wichtige Orientierung: Der Rückschlag erscheint schmerzhaft, ist aber im Kontext der vorangegangenen außergewöhnlichen Kursgewinne zu sehen. Wer langfristig investiert ist und an die Stärke des Halbleitersektors glaubt, muss laut Morgan Stanley keinen strukturellen Abschwung fürchten.

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