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Kolumbiens Wirtschaft kühlt ab: BIP-Wachstum bei 2,2 Prozent

Eine Reuters-Umfrage unter 15 Analysten zeigt: Kolumbiens Wirtschaft verlor im ersten Quartal 2025 deutlich an Schwung.

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Kolumbiens Wirtschaft kühlt ab: BIP-Wachstum bei 2,2 Prozent

Kolumbiens Wirtschaft hat ihr Wachstumstempo zu Beginn des Jahres spürbar verlangsamt. Laut einer Reuters-Umfrage unter 15 Analysten wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des südamerikanischen Landes im ersten Quartal voraussichtlich um 2,2 Prozent – nach 2,6 Prozent im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die Daten verdeutlichen eine uneinheitliche Entwicklung quer durch die verschiedenen Wirtschaftssektoren.

Der Medianwert der Analystenschätzungen liegt damit leicht über der Prognose des Expertenteams der kolumbianischen Zentralbank, die zuletzt 2,1 Prozent für das erste Quartal veranschlagte. Bemerkenswert: Die Zentralbank hatte ihre ursprüngliche Schätzung von 3,2 Prozent in dieser Woche deutlich nach unten korrigiert – ein Rückgang um mehr als einen Prozentpunkt.

Schwache Sektoren belasten das Wachstum

Besonders auffällig ist die Schwäche in einigen Schlüsselbranchen der kolumbianischen Volkswirtschaft. Camilo Perez, Leiter der Wirtschaftsabteilung bei der Banco de Bogotá, erwartet, dass die Landwirtschaft sowie die Öl- und Bergbauproduktion ihre niedrigsten Stände seit über einem Jahrzehnt erreichen werden. Auch für den Bausektor wurde lediglich ein begrenztes Wachstum prognostiziert.

Auf der positiven Seite steht der private Konsum, der laut Perez robuste Zahlen liefern dürfte. Zudem half die Beschäftigung im öffentlichen Sektor dabei, die Schwäche in anderen Bereichen der Wirtschaft zumindest teilweise auszugleichen. Diese Faktoren verhinderten einen noch stärkeren Rückgang des Gesamtwachstums.

Trübere Aussichten für 2026 und 2027

Neben den aktuellen Quartalsdaten verschlechtern sich auch die mittelfristigen Wachstumserwartungen für Kolumbien. Die Prognosen für das Wirtschaftswachstum im Jahr 2026 sanken von 2,8 Prozent in der vorangegangenen Umfrage auf nunmehr 2,5 Prozent. Für das Jahr 2027 fiel die Erwartung sogar von 2,8 Prozent auf 2,3 Prozent – ein deutlicher Rückgang, der auf anhaltenden strukturellen Gegenwind hindeutet.

Für deutsche Anleger und Investoren mit Interesse an Schwellenländern ist Kolumbien als eine der größten Volkswirtschaften Lateinamerikas relevant. Das Land ist ein bedeutender Exporteur von Rohöl, Kohle und Kaffee. Eine anhaltende Schwäche im Rohstoffsektor kann sich daher unmittelbar auf die Staatseinnahmen und die wirtschaftliche Stabilität des Landes auswirken.

Die offiziellen BIP-Daten für das erste Quartal wird die kolumbianische Statistikbehörde DANE am 15. Mai veröffentlichen. Dann wird sich zeigen, ob die Analystenschätzungen von 2,2 Prozent Wachstum bestätigt werden oder ob die tatsächliche Entwicklung noch weiter von den ursprünglichen Erwartungen abweicht.

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