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Klumpenrisiko: Wenn Aktienmärkte zur gefährlichen Einzel-Wette werden

Einzelne Unternehmen dominieren ganze Börsenindizes – mit fatalen Folgen für Anleger, wie Beispiele aus Dänemark, Finnland und Kanada zeigen.

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Klumpenrisiko: Wenn Aktienmärkte zur gefährlichen Einzel-Wette werden

Die Technologiewerte erholten sich zuletzt von einem massiven Ausverkauf – mit einer bemerkenswerten Ausnahme: Apple. Das neue und verbesserte Siri des iPhone-Konzerns blieb hinter den Erwartungen der Investoren zurück. Die breitere Erholung im Technologiesektor sowie ein Aufatmen in Bezug auf die Lage im Nahen Osten scheinen jedoch Bestand zu haben. Aktienfutures deuten auf weitere Gewinne hin, während die Ölpreise erneut sanken.

Doch hinter der kurzfristigen Marktbewegung verbirgt sich eine grundsätzlichere Frage, die Anleger weltweit beschäftigt: Was passiert, wenn ein einziges Unternehmen einen gesamten Aktienmarkt dominiert – und dann strauchelt?

Warren Buffetts unterschätzter Rat

Warren Buffett scherzte einmal, man solle „alle Eier in einen Korb legen und diesen Korb genau beobachten". Der Satz stammt ursprünglich vom Stahlmagnaten Andrew Carnegie, dem einst reichsten Mann Amerikas. Doch Buffett meinte damit keineswegs, dass gewöhnliche Sparer konzentrierte Aktienwetten eingehen sollten – so wie er es selbst bei Berkshire Hathaway tat.

Sein eigenes Testament spricht eine deutliche Sprache: 90 Prozent des Erbes seiner Frau sollen in einen kostengünstigen S&P 500-Indexfonds fließen, 10 Prozent in kurzfristige Staatsanleihen. Breite Streuung statt Konzentration – das ist die Botschaft des Altmeisters für den Durchschnittsanleger.

US-Anleger können sich dabei in vielerlei Hinsicht glücklich schätzen. Eine Investition in den S&P 500 war lange Zeit ein Weg, automatisch Eier in viele Körbe zu legen – auf hunderte Unternehmen aus unterschiedlichsten Branchen verteilt.

Wenn ein Konzern den ganzen Markt bewegt

Ganz anders sieht die Lage in kleineren Volkswirtschaften aus, wo einzelne Konzerne ganze Börsenindizes dominieren können. Das bekannteste aktuelle Beispiel liefert Dänemark: Der Wert des Ozempic-Herstellers Novo Nordisk überstieg zeitweise die gesamte Wirtschaftsleistung des Landes. Als im Februar ein schlechtes Ergebnis einer klinischen Studie bekannt wurde, brach der OMX Copenhagen 25 Index im Alleingang um 3,6 Prozent ein – ausgelöst durch ein einziges Unternehmen.

Dieses Phänomen ist kein neues. Als die Tech-Blase zu Beginn der 2000er Jahre platzte, traf es auch Märkte, die von einzelnen Technologiekonzernen abhängig waren. Das kanadische Unternehmen Nortel, das schließlich in die Insolvenz ging, machte einst 38 Prozent seines wichtigsten Aktienindex aus. Der einst dominante Mobiltelefonhersteller Nokia brachte es auf 60 Prozent des finnischen Marktes – ein schwindelerregender Anteil, der bei Nokias Niedergang verheerende Folgen für finnische Anleger hatte.

Auch jüngere Beispiele belegen das Risiko. Der südkoreanische Kospi Composite, der von zwei Speicherchipherstellern dominiert wird, brach innerhalb weniger Tage um 15 Prozent ein. Ausgelöst wurde der Einbruch durch eine Welle der Angst unter KI-Investoren – ein Beleg dafür, dass das Klumpenrisiko in der Ära der Künstlichen Intelligenz keineswegs verschwunden ist.

Was das für deutsche Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger liefern diese Beispiele eine wichtige Lektion. Wer ausschließlich auf heimische Indizes oder einzelne Branchen setzt, geht ähnliche Konzentrationsrisiken ein. Auch der DAX wird von einigen wenigen Schwergewichten dominiert. Globale Diversifikation – etwa über breit gestreute ETFs – bleibt daher das wirksamste Mittel gegen das Klumpenrisiko, das ganze Märkte in Mitleidenschaft ziehen kann.

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