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Kering plant Luxus-Smartglasses mit Google für 2027

Gucci-Mutterkonzern Kering will gemeinsam mit Google smarte Luxusbrillen auf den Markt bringen – als direkte Konkurrenz zu Meta und EssilorLuxottica.

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Kering plant Luxus-Smartglasses mit Google für 2027

Der französische Luxuskonzern Kering, bekannt als Muttergesellschaft von Gucci, plant die Markteinführung von Smartglasses in Zusammenarbeit mit Google. CEO Francois-Henri Pinault-Meo nannte als Zeitrahmen „wahrscheinlich nächstes Jahr, 2027" – so äußerte er sich am Donnerstag in einem Interview am Rande des Kapitalmarkttages von Kering in Florenz. Damit betritt Kering ein Segment, das bislang von anderen Playern dominiert wird.

Mit dem Schritt tritt Kering direkt gegen den Brillenmarktführer EssilorLuxottica an, der in Partnerschaft mit Meta die bekannten Ray-Ban-Smartglasses produziert. Die Ray-Ban-Meta-Brille hat sich in den vergangenen Jahren als eines der erfolgreichsten Wearable-Produkte im Luxussegment etabliert. Google reagierte auf eine Anfrage von Reuters zunächst nicht mit einer Stellungnahme.

Strategie: Brillen und Schmuck als Wachstumstreiber

Der Vorstoß in den Smartglasses-Markt ist Teil einer umfassenderen Strategie von Kering-CEO de Meo, die Brillen- und Schmucksparten des Konzerns auszubauen. Diese Bereiche machen bisher nur einen Bruchteil des Gesamtumsatzes aus, sollen aber künftig als Wachstumspfeiler dienen. Ziel ist es, den Konzern unabhängiger von den Schwankungen des Modegeschmacks zu machen, die zuletzt die Kernmarke Gucci getroffen haben.

De Meo hatte bereits am Mittwoch angekündigt, die operative Gewinnmarge von Kering mehr als verdoppeln zu wollen. Damit soll der Konzern wieder in die gleiche Liga wie andere große Luxusakteure gebracht werden. Gucci, die wichtigste Marke im Kering-Portfolio, kämpft seit Jahren mit stagnierenden Umsätzen.

Für die Neuausrichtung von Gucci setzt de Meo auf eine Rückbesinnung auf die Wurzeln der Marke. „Ich denke, dass Gucci in seiner 105-jährigen Geschichte im Grunde einige ästhetische Codes etabliert hat, die sofort erkennbar sind. Manchmal haben wir sie nicht genutzt, und manchmal haben wir sie überstrapaziert", sagte er gegenüber Reuters. Die Marke soll zu ihren bekanntesten Klassikern zurückkehren.

Geopolitik zwingt Luxuskonzerne zum Umdenken

De Meo sprach auch über die geopolitischen Herausforderungen für die Luxusbranche. Der Konflikt im Nahen Osten habe die Luxusumsätze in der Golfregion beeinträchtigt und das Reiseaufkommen gebremst. Dies unterstreiche die Notwendigkeit für Großkonzerne, sich an eine fragmentiertere Welt anzupassen und den Vertrieb in verschiedenen Märkten gezielt zu verbessern.

„Ich glaube wirklich, dass wir unser Modell in vielerlei Hinsicht an eine multipolare Welt anpassen müssen. Es ist ein anderes Spiel", sagte de Meo gegenüber Reuters. Er fügte hinzu: „Ich habe das Gefühl, dass die Welt weniger ‚flach' wird, als sie es einmal war." Die klassische Strategie, eine Luxusmarke weltweit mit identischem Konzept zu vermarkten, sei in den kommenden Jahrzehnten möglicherweise nicht mehr zeitgemäß.

Für Anleger ist die Entwicklung bei Kering besonders relevant: Der Konzern steht unter erheblichem Druck, nachdem Gucci als wichtigste Umsatzquelle zuletzt schwächelte. Die Diversifikation in Technologieprodukte wie Smartglasses könnte neue Erlösquellen erschließen – birgt aber auch Risiken in einem Markt, der noch in den Kinderschuhen steckt.

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