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Japanische Notenbank stoppt vorerst Zinserhöhungen

Marktberuhigung nach Turbulenzen, weitere Schritte dennoch möglich bis Jahresende

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Japanische Notenbank stoppt vorerst Zinserhöhungen

Die japanische Notenbank hat angesichts der jüngsten Erschütterungen an den Börsen die Zinserwartungen gedämpft und eine weitere Erhöhung des Leitzinses vorerst ausgeschlossen. Dies gab der stellvertretende Gouverneur der Bank of Japan (BoJ), Shinichi Uchida, bekannt. Er betonte, dass die Bank die geldpolitische Lockerung mit dem derzeitigen Leitzins beibehalten müsse, da die Entwicklungen auf den Finanz- und Kapitalmärkten sowohl im Inland als auch im Ausland äußerst volatil seien. Diese Entscheidung folgt auf eine Erhöhung des Leitzinses um 15 Basispunkte in der vergangenen Woche, die zu erheblichen Turbulenzen an den Finanzmärkten führte.

Die Ankündigung von Uchida hat eine spürbare Beruhigung der Märkte zur Folge. Der japanische Aktienindex Nikkei stieg um 2,3 Prozent, während der breiter gefasste Topix um 3,3 Prozent zulegte. Analysten sehen dies als ein Zeichen dafür, dass der Ausverkauf bei japanischen Aktien möglicherweise kurz vor dem Ende steht. JP Morgan äußerte in einer Mitteilung, dass die Kurskorrektur an den Börsen vor allem Kaufgelegenheiten für Anleger biete.

Die Bank of Japan hatte mit ihrer jüngsten Zinserhöhung für erhebliche Unruhe gesorgt. Der Yen fiel daraufhin um bis zu 2,5 Prozent gegenüber dem US-Dollar auf 147 Yen. Diese Entwicklung erfolgte nach einer Phase, in der der Yen ein Siebenmonatshoch erreicht hatte. Die Zinserhöhung in Japan und die Ankündigung einer möglichen Zinssenkung durch die US-Notenbank Fed führten zu einem fünftägigen Aufschwung des Yen, was wiederum zu einem historischen Kurssturz an der Börse in Tokio sowie zu erheblichen Verlusten an der Wall Street und europäischen Handelsplätzen führte.

Der sogenannte „Carry-Trade“, eine beliebte Handelsstrategie, bei der Investoren Geld in einer Währung mit niedrigen Zinsen leihen und in einer Währung mit höheren Zinsen investieren, geriet dadurch unter Druck. Da der Yen an Wert gewann, stiegen die Kosten für Kredite in Yen, was viele Investoren dazu veranlasste, ihre Positionen zu liquidieren. Dies führte zu weiteren Aufwärtsbewegungen des Yen und verstärkte die Abwärtsspirale an den Börsen.

Trotz der aktuellen Stabilisierung bleibt die Unsicherheit hoch. Analysten erwarten, dass die BoJ im Laufe des Jahres weitere Zinsschritte vornehmen könnte. Notenbankchef Kazuo Ueda hatte erklärt, dass eine Anhebung des Leitzinses auf 0,5 Prozent nicht ausgeschlossen sei. Auch Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst beim Broker CMC Markets, hält weitere Zinserhöhungen in diesem Jahr für möglich, um dem steigenden Preisniveau in Japan gerecht zu werden.

Yuichi Kodama, Ökonom beim Meiji Yasuda Research Institute, teilte diese Einschätzung und betonte, dass eine weitere Zinserhöhung vor Jahresende von den Märkten und der wirtschaftlichen Entwicklung in Japan und den USA abhänge. Die Behörden müssten die potenziellen Auswirkungen von Marktbewegungen auf die Preise und die Gesamtwirtschaft sorgfältig beobachten. Eine erneute Änderung der geldpolitischen Strategie der BoJ ist daher nicht auszuschließen.

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