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Japanische Industriestimmung steigt zweiten Monat dank Chip-Nachfrage

Die Reuters-Tankan-Umfrage zeigt: Halbleiter-Boom hebt Japans Hersteller-Sentiment im Juni auf plus 13.

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Japanische Industriestimmung steigt zweiten Monat dank Chip-Nachfrage

Die Stimmung der japanischen Hersteller hat sich im Juni den zweiten Monat in Folge verbessert. Die anhaltend starke Nachfrage nach Halbleitern stützt dabei vor allem Chemie- und Maschinenbauunternehmen. Das zeigt die jüngste Reuters-Tankan-Umfrage, die als wichtiger Frühindikator für den vierteljährlichen Tankan-Geschäftsklimaindex der Bank of Japan gilt.

Der Stimmungsindex für das verarbeitende Gewerbe kletterte im Juni auf plus 13, nach plus 8 im Mai. Die Indizes werden berechnet, indem der Prozentsatz der pessimistischen Antworten vom Prozentsatz der optimistischen Antworten abgezogen wird. Positive Werte signalisieren damit einen Netto-Optimismus unter den befragten Unternehmen.

Chemie- und Elektronikbranche profitieren besonders

Besonders deutlich fiel der Stimmungsanstieg im Chemiesektor aus: Dessen Index sprang von plus 6 auf plus 20. Auch Elektronik- und Maschinenbauunternehmen meldeten einen spürbaren Aufschwung, der direkt auf die robuste Halbleiternachfrage zurückzuführen ist. „Trotz geopolitischer Spannungen bleibt die Nachfrage robust, insbesondere in halbleiterbezogenen Sektoren", sagte ein Manager eines Chemieunternehmens. Ein Elektronikmanager ergänzte: „Die Auftragsbücher sind voll, was vor allem auf die Nachfrage im Halbleitermarkt zurückzuführen ist."

Auch der Dienstleistungssektor legte zu: Die Stimmung im nicht-verarbeitenden Gewerbe stieg von plus 29 auf plus 32. Treiber waren hier ein stärkeres Vertrauen im Immobilien- und Bausektor. „Trotz steigender Kosten bleibt die Nachfrage nach Wohnraum robust, und wir verzeichnen einen stetigen Fluss an neuen Projekten", so ein Manager aus der Immobilienbranche.

An der Umfrage, die vom 3. bis zum 12. Juni durchgeführt wurde, nahmen 215 von 490 befragten Unternehmen teil. Die Erhebung gilt als verlässlicher Vorläufer des offiziellen Tankan-Berichts der japanischen Zentralbank und wird von Investoren und Ökonomen weltweit aufmerksam verfolgt.

Automobilsektor blickt pessimistisch auf den Herbst

Der Blick nach vorne fällt je nach Branche sehr unterschiedlich aus. Hersteller erwarten für September eine stabile Stimmung – der Index soll auf dem aktuellen Niveau von plus 13 verharren. Das nicht-verarbeitende Gewerbe ist hingegen vorsichtiger: Hier wird ein Rückgang auf plus 19 prognostiziert, was Sorgen über geopolitische Risiken und Lieferkettenprobleme widerspiegelt.

Besonders pessimistisch zeigt sich der Sektor Transportmaschinen, zu dem Japans bedeutende Automobilhersteller zählen. Für September wird dort ein Einbruch des Index auf minus 13 erwartet – nach aktuell plus 13. „Wir stehen aufgrund geopolitischer Spannungen vor anhaltenden Herausforderungen bei der Materialbeschaffung", sagte ein Manager eines Transportmaschinenunternehmens.

Einen möglichen Lichtblick gibt es auf der geopolitischen Bühne: US-amerikanische und iranische Beamte erklärten, sie hätten sich auf einen Rahmen zur Beendigung ihres Konflikts geeinigt. Eine Formalisierung dieser Einigung könnte die Stimmung weiter aufhellen. Dennoch dürften die Unterbrechungen in den globalen Lieferketten noch einige Zeit anhalten und insbesondere die japanische Automobilindustrie belasten.

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