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Japan intervenierte am Montag wohl nicht am Devisenmarkt

Trotz eines plötzlichen Yen-Kursanstiegs auf 155,20 pro Dollar deuten Bank-of-Japan-Daten auf keine Intervention hin.

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Japan intervenierte am Montag wohl nicht am Devisenmarkt

Tokio, 4. August – Japan hat am Montag offenbar nicht am Devisenmarkt interveniert. Daten der Bank of Japan legen nahe, dass keine außergewöhnlichen Abflüsse bei den Kontokorrentsalden der Zentralbank stattgefunden haben – ein Indikator, der üblicherweise mit dem Umfang einer Devisenmarktintervention korreliert.

Die Prognose der Bank of Japan für die Geldmarktbedingungen am Mittwoch weist auf ein Defizit von 3,38 Billionen Yen (umgerechnet rund 21,43 Milliarden US-Dollar) hin. Broker hatten zuvor ein Defizit zwischen 2,32 Billionen und 2,6 Billionen Yen prognostiziert. Die am Dienstag veröffentlichten Daten lieferten damit keinen Hinweis auf einen großen Mittelabfluss, der auf eine Intervention schließen ließe.

Dennoch war der Montag alles andere als ruhig an den Devisenmärkten: Der Yen legte im asiatischen Handel plötzlich stark zu und erreichte 155,20 Yen pro Dollar – den höchsten Stand seit rund drei Monaten. Händler blieben in Alarmbereitschaft und rechneten mit einem möglichen dritten Interventionstag in Folge durch die japanischen Behörden.

Koordinierte Intervention am Freitag bestätigt

Der Kurssprung des Yen am Montag erfolgte vor dem Hintergrund jüngster Eingriffe Tokios in den Devisenmarkt. Das japanische Finanzministerium hatte bestätigt, dass es am Freitag gemeinsam mit den Vereinigten Staaten eine koordinierte Intervention durch Yen-Käufe durchgeführt hatte. Diese Art der abgestimmten Aktion zwischen zwei großen Volkswirtschaften ist vergleichsweise selten und signalisiert den Märkten eine besondere Entschlossenheit der Behörden.

Daten der Bank of Japan zeigten zudem, dass Tokio am Montag bis zu 36,58 Milliarden US-Dollar eingesetzt haben könnte, um den Yen durch Käufe zu stützen. Dieser Betrag bezieht sich auf die Aktivitäten rund um den Freitag und Montag und verdeutlicht das erhebliche finanzielle Engagement der japanischen Behörden.

Milliardenschwere Solo-Intervention am Donnerstag

Bereits am Donnerstag zuvor hatte Japan allein – ohne Beteiligung der USA – an den New Yorker Märkten interveniert. Der Umfang dieser Solo-Intervention belief sich auf bis zu 58,97 Milliarden US-Dollar, was sie zu einer der größten Einzelmaßnahmen dieser Art macht.

Die Abfolge der Ereignisse zeigt das Muster, das Japan in den vergangenen Tagen verfolgte: Zunächst eine massive unilaterale Intervention in New York, gefolgt von einer koordinierten Aktion mit den USA am Freitag. Am Montag hingegen scheint Tokio trotz des starken Yen-Anstiegs auf einen direkten Eingriff verzichtet zu haben – möglicherweise, weil die Märkte die Botschaft der Behörden bereits verinnerlicht hatten.

Für deutsche Anleger und Exporteure ist die Entwicklung des Yen von Bedeutung, da ein stärkerer Yen die Wettbewerbsfähigkeit japanischer Exportgüter beeinflusst und Rückwirkungen auf globale Lieferketten sowie auf Unternehmen haben kann, die eng mit Japan verflochten sind. Die Interventionen Tokios verdeutlichen zudem, wie aktiv Zentralbanken und Finanzministerien auch in modernen Devisenmärkten eingreifen können, wenn sie die Kursentwicklung als zu extrem bewerten.

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