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Jahresstart am Aktienmarkt: Volatilität und Unsicherheit prägen den Beginn 2024

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Jahresstart am Aktienmarkt: Volatilität und Unsicherheit prägen den Beginn 2024

Trotz eines starken Handelsbeginns verlief der Jahresstart für den DAX eher verhalten. Anleger sind unsicher, ob die jüngste Aktienrally fortgesetzt wird. Zu Beginn des neuen Jahres erlebten die heimischen Anleger an der Börse ein Wechselbad der Gefühle. Der DAX schwankte zwischen 16.648 und 16.963 Punkten. Zunächst stiegen die Aktienkurse am Morgen kräftig an, und der DAX verfehlte sein Rekordhoch nur knapp um 40 Punkte. Doch im Laufe des Tages schwand das Vertrauen der Anleger, und der Index drehte zeitweise sogar ins Minus. Am Ende schloss der deutsche Leitindex bei 16.769 Punkten, was einem Anstieg von nur 0,11 Prozent entspricht.

Der DAX war im vergangenen Jahr um beeindruckende 20 Prozent gestiegen und hatte Mitte Dezember ein Allzeithoch von 17.003 Punkten erreicht. Nun stellt sich die Frage, ob dieser rasante Anstieg beibehalten werden kann. Jürgen Molnar, Stratege vom Broker Robomarkets, merkt an, dass der "Realitätscheck" für den Deutschen Aktienindex erst noch bevorsteht, da die großen Marktteilnehmer in der zweiten Januarwoche zurückkehren.

Allerdings gibt es auch Unsicherheitsfaktoren, die den Markt beeinflussen könnten, darunter der anhaltende Konflikt im Nahen Osten und die starken russischen Angriffe auf die Ukraine. Der MDAX, der die mittelgroßen Werte abbildet, schloss mit einem klaren Minus von 1,1 Prozent bei 26.838 Punkten.

Auch an der Wall Street in New York verlief der Jahresstart eher verhalten. Der Leitindex Dow Jones konnte sich zwar leicht nach oben arbeiten, doch die Indizes an der Wall Street hatten zuvor leicht nachgegeben. Der marktbreite S&P-500-Index notierte über ein halbes Prozent im Minus, während die Technologiewerte an der Nasdaq einen Rückgang von rund 1,4 Prozent verzeichneten.

Phil Blancato, der Chef von Ladenburg Thalmann Asset Management, kommentierte die Kursverluste mit den Worten: "Es ist der erste Tag nach einem enormen Anstieg." Er erwartet, dass die ersten drei Monate des Jahres schwierig werden könnten, da Anleger Gewinne mitnehmen und ihre Portfolios neu ausrichten. Im vergangenen Jahr hatten die US-Aktienmärkte einen Großteil ihrer Gewinne in der Rally ab Ende Oktober erzielt.

Die Aktienmärkte hatten im Jahr 2023 beachtliche Ergebnisse erzielt, wobei der Dow Jones Industrial um fast 14 Prozent zulegte und der technologielastige Nasdaq 100 sogar um 54 Prozent stieg. Allerdings mussten die Aktien von Indexschwergewicht Apple Verluste von rund 2,8 Prozent hinnehmen, nachdem die Analysten von Barclays die Papiere aufgrund der erwarteten schwachen Nachfrage nach dem neuesten iPhone herabgestuft hatten.

Während die japanischen Aktienmärkte bis Donnerstag geschlossen blieben, verzeichneten die chinesischen Aktienmärkte klare Verluste. Diese Reaktion erfolgte aufgrund von Daten zur chinesischen Industrie, die am Freitag und heute Morgen veröffentlicht wurden.

In der vergangenen Woche hatte der Euro die Marke von 1,11 Dollar erreicht, doch nun ist die europäische Gemeinschaftswährung unter die Marke von 1,10 Dollar gefallen und notiert derzeit bei 1,0955 Dollar. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0956 Dollar fest. Die Zinssenkungsfantasien in den USA, die den Euro gegenüber dem Dollar gestärkt hatten, scheinen nicht auszureichen, um eine weitere Aufwertung des Euro zu unterstützen.

Die Stimmung in den Industrieunternehmen der Eurozone hat sich im Dezember leicht verbessert. Der Einkaufsmanagerindex von S&P Global stieg um 0,2 Punkte auf 44,4 Zähler. Dies überraschte Analysten, die erwartet hatten, dass das vorläufige Ergebnis von 44,2 Zählern bestätigt wird. Trotz dieser Verbesserung bleibt der Indexwert weiterhin deutlich unter der sogenannten Expansionsschwelle von 50 Punkten und signalisiert somit weiterhin einen Rückgang der wirtschaftlichen Aktivitäten.

Die Ölpreise sind aufgrund der Spannungen im Roten Meer zunächst gestiegen, fallen jedoch nun wieder zurück. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet derzeit 1,5 Prozent weniger, während die US-Sorte WTI um 1,7 Prozent nachgibt und bei 78,80 US-Dollar notiert. Die Spannungen im Roten Meer haben die Handelsschiffrouten und den Rohöltransport beeinträchtigt, seitdem der Konflikt im Gazastreifen begonnen hat.

Im DAX verzeichnete der Rüstungskonzern Rheinmetall am ersten Börsentag des Jahres kräftige Kursgewinne. Die Aktien erreichten sogar ein Rekordhoch knapp über 300 Euro und schlossen mit einem Plus von über vier Prozent. An der Londoner Börse stiegen auch die Kurse von BAE Systems und Babcock International, was auf eine positive Einschätzung der Bank JPMorgan zur Rüstungsbranche zurückzuführen ist. Die Analysten erwarten, dass die geopolitischen Spannungen im neuen Jahr anhalten werden und die Verteidigungsausgaben in Europa und den USA steigen werden.

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