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IWF und Bank of England warnen vor dauerhafter Inflation und Ungleichheit

Hartnäckige Teuerung, drohende Lohn-Preis-Spiralen und 23 Millionen neue Arme: Die globale Inflationskrise hinterlässt tiefe Spuren.

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IWF und Bank of England warnen vor dauerhafter Inflation und Ungleichheit

Die britische Wirtschaft kämpft weiterhin mit einer hartnäckigen Inflation, die deutlich über dem Zielwert der Bank of England (BoE) von 2 Prozent liegt. Catherine Mann, Mitglied des geldpolitischen Ausschusses der BoE, warnte auf einer Konferenz des Wirtschaftsberaters TS Lombard eindringlich vor den Folgen. Sie betonte, dass die Teuerungsrate in der britischen Wirtschaft fest verankert sei und sich nicht ohne Weiteres zurückdrängen lasse.

Besonders besorgniserregend ist für Mann die Prognose, dass die Inflation zum Jahreswechsel die 4-Prozent-Marke erreichen könnte. Da dieser Zeitraum traditionell für Lohnverhandlungen genutzt wird, fürchtet sie eine Lohn-Preis-Spirale, die den Inflationsdruck weiter zementieren könnte. Bereits seit Juli gehört Mann zu einer Minderheit im BoE-Gremium, die eine Anhebung der Leitzinsen auf 4 Prozent befürwortet.

Geopolitische Schocks als dauerhafter Inflationstreiber

Parallel dazu unterstreicht eine neue Studie des Internationalen Währungsfonds (IWF), dass die durch geopolitische Konflikte ausgelösten Preisschocks keine vorübergehenden Phänomene sind. Die IWF-Ökonomen Chiara Maggi und Shantayanan Devarajan verweisen dabei auf Konflikte wie den Ukraine-Krieg und die Spannungen im Nahen Osten, die massive Preisschocks bei Lebensmitteln und Energie ausgelöst haben.

Laut den IWF-Forschern führen solche Krisen zu dauerhaft erhöhten Inflationserwartungen, die selbst drei Jahre nach Beginn einer Krise noch über dem ursprünglichen Niveau liegen können. Dies zwingt Zentralbanken weltweit zu einer restriktiveren Geldpolitik – mit spürbaren Folgen für Wachstum und Beschäftigung. Für das Jahr 2026 prognostiziert der IWF ein globales Wachstum von etwa 3 Prozent, was hinter dem Durchschnitt der Jahre 2024 und 2025 zurückbleibt.

Ärmere Haushalte tragen die größte Last

Besonders alarmierend sind die sozialen Folgen der globalen Lebenshaltungskrise. Ein neues Wirtschaftsmodell des IWF zeigt, dass die tatsächliche Inflationsbelastung für ärmere Haushalte, die einen größeren Teil ihres Einkommens für Grundbedürfnisse wie Lebensmittel und Energie aufwenden müssen, um 0,8 Prozentpunkte über dem Standardmaß liegt.

Diese ungleiche Verteilung der Inflationslast hat dramatische Konsequenzen: Zwischen 2021 und 2024 sind schätzungsweise 23 Millionen Menschen zusätzlich unter die extreme Armutsgrenze gefallen. Die globale Ungleichheit verschärft sich damit in einem Ausmaß, das die wirtschaftliche und soziale Stabilität vieler Länder gefährdet.

IWF empfiehlt gezielte Hilfen statt pauschaler Subventionen

Um die soziale Stabilität zu wahren, spricht sich der IWF klar gegen pauschale Subventionen oder Preiskontrollen aus. Diese seien ineffizient und kostspielig, so die Einschätzung der Währungsexperten. Stattdessen sollten Regierungen gezielte Transferzahlungen an bedürftige Haushalte priorisieren, um die Kaufkraft der Schwächsten zu schützen, ohne die Staatsfinanzen übermäßig zu belasten.

Experte Devarajan mahnt insbesondere Entwicklungsländer, die unter hoher Verschuldung und steigenden Kreditkosten leiden, zur proaktiven Umsetzung wachstumsfördernder Reformen. Der Appell lautet: Jetzt handeln, solange die wirtschaftliche Lage es noch zulässt – und nicht erst unter dem Druck akuter Krisen. Für deutsche Anleger und Verbraucher verdeutlichen diese Entwicklungen, dass die Ära niedriger Inflation und billiger Energie strukturell beendet sein könnte und geldpolitische Straffung weltweit das neue Normal bleibt.

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