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Italien plant neue inflationsgebundene Anleihe für institutionelle Investoren

Das italienische Schatzamt entwickelt ein neues Instrument, das Banken, Fonds und Versicherern Inflationsschutz bieten soll.

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Italien plant neue inflationsgebundene Anleihe für institutionelle Investoren

Italien arbeitet an einer neuen Staatsanleihe, die sich ausschließlich an institutionelle Investoren richtet und an die inländische Inflation gekoppelt sein soll. Das bestätigte Davide Iacovoni, Generaldirektor für öffentliche Schulden im italienischen Finanzministerium, gegenüber Reuters. Die Anleihe soll die wachsende Nachfrage von Banken, Fonds und Versicherern nach inflationsgeschützten Produkten bedienen.

„Das Schatzamt denkt über ein Instrument nach, das institutionellen Anlegern gewidmet und an die inländische Inflation gekoppelt ist, mit einer ähnlichen Struktur wie unsere an die Inflation der Eurozone gekoppelten BTPs", sagte Iacovoni. Eine endgültige Entscheidung sei jedoch noch nicht gefallen. Je nach Marktbedingungen könnte die Emission im nächsten Jahr erfolgen.

Der Hintergrund ist bedeutsam: Italien trägt mit über 3 Billionen Euro die höchste Staatsverschuldung in der gesamten Eurozone. Das Land steht daher unter konstantem Druck, seine Investorenbasis zu diversifizieren und zu stärken. Laut Daten der Bank von Italien halten Finanzinstitute derzeit 63 Prozent der italienischen Staatsschulden – gleichmäßig auf in- und ausländische Anleger verteilt. Kleinanleger halten dagegen lediglich 15,4 Prozent.

Maßgeschneiderte Produkte für verschiedene Anlegergruppen

Die neue institutionelle Anleihe wäre das erste inländische inflationsgebundene Produkt, das speziell für Institutionen konzipiert wird. Damit baut das Schatzamt sein Angebot gezielter Instrumente weiter aus. Bereits 2012 führte Rom die sogenannten „BTP Italia"-Anleihen ein, die an die inländische Inflation gekoppelt sind und sich sowohl an Privat- als auch an institutionelle Anleger richten.

Vom 15. bis 19. Juni begibt das Schatzamt erstmals eine „BTP Italia Sì" – eine ähnliche Anleihe, die jedoch ausschließlich für Kleinanleger bestimmt ist. Die Laufzeit beträgt fünf Jahre, und die Anleihe zahlt einen Aufschlag auf die inländische Inflation. Iacovoni prognostizierte eine starke Nachfrage für dieses Instrument.

Zum Vergleich: Bei einer BTP-Italia-Emission im Jahr 2023 erwarben Kleinanleger eine fünfjährige Anleihe im Wert von 8,6 Milliarden Euro. Bei der letzten BTP-Italia-Auktion im Jahr 2025 war die Nachfrage schwächer – dort wurden 6,5 Milliarden Euro für eine siebenjährige Anleihe erzielt.

Inflationsumfeld und EZB-Zinsentscheidung als Treiber

Das aktuelle Inflationsumfeld verleiht dem Vorhaben zusätzliche Relevanz. Die Europäische Zentralbank hob die Zinsen zuletzt zum ersten Mal seit fast drei Jahren an, um die Inflation in der Eurozone einzudämmen, die im Mai 3,2 Prozent erreichte. Die italienische Inflation lag im selben Monat bei 3,3 Prozent – ein Niveau, das das Interesse an inflationsgeschützten Anleihen naturgemäß befeuert.

Seit der Schuldenkrise in der Eurozone im Jahr 2012 hat das Schatzamt gezielt Anleihen für Kleinanleger entwickelt. Die Strategie dahinter: Privatanleger ziehen in Phasen von Marktstress seltener Kapital ab als ausländische institutionelle Investoren. Die Aufrechterhaltung einer starken ausländischen Nachfrage bleibe dennoch zentral für die Strategie des Schatzamtes, betonte Iacovoni.

Die Bestände ausländischer Investoren seien in den vergangenen zwei Jahren kräftig gestiegen, so Iacovoni. Darunter befänden sich viele sogenannte „Buy-and-Hold"-Investoren wie Zentralbanken, Staatsfonds, Versicherer und Pensionsfonds. „Diese Investoren haben eine mittel- bis langfristige Perspektive und sind daher vollauf in der Lage, eine Phase von Marktstress durchzustehen", sagte er.

Finanzierungsbedarf 2026 bereits zur Hälfte gedeckt

Auf der operativen Seite vermeldet das Schatzamt solide Fortschritte. Diese Woche nahm Italien 18 Milliarden Euro in einem syndizierten Verkauf mit zwei Tranchen auf. Ausländische Investoren kauften dabei 83,7 Prozent einer wiedereröffneten siebenjährigen BTP sowie 89 Prozent einer Aufstockung 30-jähriger BTPs.

Italien hat bereits 55 Prozent seines geschätzten mittel- bis langfristigen Finanzierungsbedarfs von 360 Milliarden Euro für das laufende Jahr gedeckt. Die durchschnittlichen Emissionskosten lagen im ersten Halbjahr 2026 bei 2,91 Prozent – gegenüber 2,75 Prozent im Gesamtjahr 2025. Der leichte Anstieg der Finanzierungskosten spiegelt das veränderte Zinsumfeld wider, bleibt aber im historischen Vergleich moderat.

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