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Iran-Krieg bedroht zehn Milliarden Mahlzeiten pro Woche weltweit

Düngemittelriese Yara warnt: Blockierte Straße von Hormus gefährdet globale Nahrungsmittelproduktion – ärmste Länder am stärksten betroffen.

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Iran-Krieg bedroht zehn Milliarden Mahlzeiten pro Woche weltweit

Der Krieg im Iran hat weitreichende Folgen für die globale Lebensmittelversorgung. Svein Tore Holsether, Vorstandsvorsitzender des Düngemittelherstellers Yara, warnt in einem BBC-Interview, dass die Unterbrechung der Düngemittelversorgung weltweit bis zu zehn Milliarden Mahlzeiten pro Woche kosten könnte. Die Feindseligkeiten am Golf haben den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus blockiert – eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt.

„Aufgrund der aktuellen Situation werden derzeit weltweit bis zu einer halben Million Tonnen Stickstoffdünger nicht produziert", erklärte Holsether gegenüber der BBC. Die Konsequenz sei dramatisch: „Was bedeutet das für die Lebensmittelproduktion? Ich komme auf bis zu 10 Milliarden Mahlzeiten, die jede Woche aufgrund des Mangels an Düngemitteln nicht produziert werden."

Düngemittelpreise um 80 Prozent gestiegen

Seit Beginn des Krieges der USA und Israels gegen den Iran sind die Düngemittelpreise um 80 Prozent in die Höhe geschnellt. Dieser Preisanstieg trifft Landwirte weltweit zu einem besonders ungünstigen Zeitpunkt. Holsether beschreibt eine Kostenspirale, der die Bauern kaum entkommen können: „Sie sind mit höheren Energiekosten konfrontiert, der Diesel für den Traktor wird teurer, andere Betriebsmittel für die Landwirte steigen im Preis, die Düngemittelkosten steigen, aber die Erntepreise sind noch nicht im gleichen Maße gestiegen."

Besonders gravierend ist der Effekt auf die Ernteerträge. Verzichtet ein Landwirt auf Stickstoffdünger, können die Erträge bei bestimmten Kulturen bereits in der ersten Saison um bis zu 50 Prozent sinken. Das bedeutet: Weniger Nahrung auf dem Weltmarkt – bei gleichzeitig steigenden Kosten für alle Beteiligten.

Bieterwettstreit um Lebensmittel befürchtet

Holsether warnt vor einem globalen Bieterwettstreit um Lebensmittel zwischen reicheren und ärmeren Nationen. Reiche Länder wie jene in Europa könnten sich höhere Lebensmittelpreise leisten – doch auf Kosten der Schwächsten. „Wenn es einen Bieterwettstreit um Lebensmittel gibt, den Europa robust genug bewältigen kann, müssen wir uns in Europa fragen: In dieser Situation, wem kaufen wir die Lebensmittel weg?", so Holsether. „Das ist eine Situation, in der die am stärksten gefährdeten Menschen in den Entwicklungsländern den höchsten Preis dafür zahlen, da sie es sich nicht leisten können, dort mitzubieten."

Der Yara-Chef appelliert daher an die europäischen Nationen, die Auswirkungen eines solchen Preiskrieges auf die „am stärksten gefährdeten" Menschen in anderen Ländern sorgfältig abzuwägen. Die moralische Dimension der Lebensmittelversorgung rückt damit in den Mittelpunkt der politischen Debatte.

Auswirkungen auch für europäische Verbraucher

Obwohl eine echte Lebensmittelknappheit im Vereinigten Königreich und in Europa als sehr unwahrscheinlich gilt, werden die gestiegenen Kosten für Lebensmittelproduzenten in den kommenden Monaten spürbar werden. Experten erwarten, dass sich die höheren Produktionskosten in den nächsten Monaten in den wöchentlichen Lebensmittelausgaben der Verbraucher niederschlagen werden.

Yara gehört zu den weltweit größten Düngemittelproduzenten und ist damit ein zentraler Akteur in der globalen Agrarversorgungskette. Die Warnungen von Holsether unterstreichen, wie eng Geopolitik, Energiemärkte und Ernährungssicherheit miteinander verknüpft sind – und wie schnell regionale Konflikte globale Folgen entfalten können.

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