Intel-Aktie bricht 13% ein – US-Futures nach Grönland-Rally stabil
Die US-Aktienmärkte zeigen sich am Donnerstagabend von ihrer stabilen Seite, nachdem eine zweitägige Rally durch Tech-Stärke und Entspannung bei Trumps Grönland-Rhetorik die Wall Street beflügelte. Intel verliert jedoch massiv nach enttäuschender Prognose

Die US-Futures zeigten sich am Donnerstagabend weitgehend stabil, nachdem die Märkte zuvor zwei Tage in Folge zugelegt hatten. Der S&P 500 Future gab leicht um 0,1% auf 6.940,25 Punkte nach, während der Nasdaq 100 Future um 0,2% auf 25.610,0 Punkte nachgab. Der Dow Jones Future verlor ebenfalls 0,1% auf 49.524,0 Punkte.
Intel enttäuscht mit schwacher Prognose
Die Intel-Aktie brach im nachbörslichen Handel um bis zu 13,4% ein, nachdem der Chiphersteller eine enttäuschende Prognose für das erste Quartal vorlegte. Trotz besserer Zahlen im Dezember-Quartal prognostiziert Intel für das laufende Quartal lediglich einen ausgeglichenen Gewinn pro Aktie – deutlich unter den Analystenschätzungen. Auch die Umsatzprognose verfehlte die Erwartungen.
Intel begründete den schwachen Ausblick mit Lieferengpässen bei fortschrittlichen Chips. Die verfügbare Liefermenge werde im ersten Quartal ihren "niedrigsten Stand" erreichen, bevor sie sich im Jahresverlauf wieder verbessere. Der Konzern befindet sich mitten in einem umfassenden Umstrukturierungsprozess mit Kostensenkungen und dem Ausbau fortschrittlicherer Technologien, um im KI-Boom zur Konkurrenz aufzuschließen.
Trump-Kehrtwende bei Grönland beflügelt Märkte
Die Wall Street hatte zuvor deutlich zugelegt, nachdem Präsident Donald Trump seine aggressive Rhetorik zu Grönland abschwächte. Trump erklärte, seine Regierung habe ein Rahmenhandelsabkommen bezüglich Grönlands erzielt und werde keine Zölle gegen europäische Mächte wegen des dänischen Territoriums erheben. Auch die Drohung, Gewalt zur Einnahme Grönlands anzuwenden, zog er zurück.
Dieser Schwenk brachte den Märkten große Erleichterung, nachdem Trumps frühere Zolldrohungen die geopolitischen Spannungen verschärft und zu deutlichen Verlusten an der Wall Street geführt hatten. Die wichtigsten Indizes konnten damit einen Großteil ihrer Wochenverluste wieder aufholen und notierten nahe ihren Rekordhochs.
Tech-Giganten treiben Rallye an
Technologieaktien setzten ihren Aufwärtstrend fort und stützten die Märkte. Meta Platforms legte am Donnerstag um 5,7% zu, nachdem die Investmentbank Jefferies die Aktie vor den für nächste Woche erwarteten Quartalszahlen als Top-Pick bekräftigte. Der anhaltende Optimismus rund um künstliche Intelligenz treibt den Tech-Sektor weiter an.
Auch andere Schwergewichte stehen im Fokus: Apple, Microsoft und Tesla werden ebenfalls nächste Woche ihre Quartalszahlen vorlegen. Amazon gewann leicht, nachdem Reuters berichtete, dass der Konzern eine zweite Runde von Stellenstreichungen auf Unternehmensebene plane.
Der S&P 500 schloss am Donnerstag mit einem Plus von 0,6% bei 6.913,35 Punkten. Der technologielastige Nasdaq Composite legte um 0,9% auf 23.436,02 Punkte zu, während der Dow Jones Industrial Average um 0,6% auf 49.394,01 Punkte stieg.
Fed-Sitzung im Fokus
In der kommenden Woche richtet sich die Aufmerksamkeit der Anleger auf die Sitzung der US-Notenbank Federal Reserve. Angesichts der wachsenden Unsicherheit über die US-Wirtschaft wird allgemein erwartet, dass die Fed die Zinssätze unverändert lassen wird. Die Entscheidung und die begleitenden Aussagen könnten wichtige Signale für die weitere Marktentwicklung liefern.
