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Indonesiens Gratis-Mahlzeiten-Programm treibt Küchen-Investoren in Schulden

Prabowos Vorzeigeprojekt für 83 Millionen Indonesier hinterlässt private Investoren mit massiven Schulden und Kredithaien vor der Tür.

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Indonesiens Gratis-Mahlzeiten-Programm treibt Küchen-Investoren in Schulden

Das ambitionierte Programm für kostenlose Mahlzeiten des indonesischen Präsidenten Prabowo Subianto gerät zunehmend in die Kritik. Investoren, die auf Geheiß der Regierung dezentrale Küchen finanziert haben, stecken tief in der Schuldenfalle – und Kredithaie stehen bereits vor der Tür.

Besonders drastisch zeigt sich die Lage im abgelegenen Fischerdorf Torosiaje auf der indonesischen Insel Sulawesi. Dort steht eine Küche auf Stelzen über dem Wasser der Tomini-Bucht – ein Bild, das symbolisch für die prekäre Lage vieler Investoren steht. Die Errichtung dieser Küche kostete 1,8 Milliarden Rupiah, umgerechnet rund 100.000 US-Dollar.

Ein Programm mit gewaltigen Dimensionen

Das Programm für kostenlose Mahlzeiten ist eines der zentralen sozialpolitischen Vorhaben von Präsident Prabowo Subianto. Es soll insgesamt 83 Millionen Indonesier versorgen – darunter Schulkinder sowie schwangere und stillende Frauen. Um die dafür notwendige Infrastruktur bereitzustellen, setzte die Regierung auf ein Modell, bei dem private Investoren dezentrale Küchen finanzieren und errichten sollten.

Das Konzept klingt auf den ersten Blick nach einer Win-win-Situation: Der Staat erhält die benötigte Infrastruktur, ohne selbst vollständig in Vorleistung gehen zu müssen, während Investoren von staatlichen Aufträgen profitieren sollten. Doch in der Praxis zeigt sich ein anderes Bild. Viele der privaten Geldgeber haben sich mit dem Aufbau der Küchen finanziell übernommen und kämpfen nun mit ernsthaften Liquiditätsproblemen.

Kredithaie als Symptom einer strukturellen Krise

Die Berichte über Kredithaie, die bereits im Fischerdorf Torosiaje auftauchen, verdeutlichen das Ausmaß der finanziellen Not. Investoren, die auf staatliche Zusagen vertraut und ihr Kapital in die Infrastruktur gesteckt haben, sehen sich nun mit Schulden konfrontiert, die sie offenbar nicht aus eigener Kraft bedienen können.

Für deutsche Beobachter ist das Modell ein anschauliches Beispiel für die Risiken, die entstehen, wenn staatliche Sozialprogramme auf private Vorfinanzierung angewiesen sind. Ohne klare Rückzahlungsgarantien und verlässliche Auszahlungsmechanismen seitens des Staates können solche Modelle schnell zur Schuldenfalle für Kleininvestoren werden.

Indonesien ist mit rund 280 Millionen Einwohnern das viertbevölkerungsreichste Land der Welt. Sozialprogramme in diesem Umfang stellen enorme logistische und finanzielle Herausforderungen dar. Das Programm von Präsident Prabowo gilt als eines der teuersten sozialpolitischen Vorhaben in der jüngeren Geschichte des Landes und steht unter besonderer Beobachtung – sowohl im Inland als auch bei internationalen Investoren und Beobachtern.

Ob und wie die Regierung die in finanzielle Not geratenen Küchen-Investoren unterstützen wird, bleibt vorerst offen. Der Fall Torosiaje dürfte jedoch kein Einzelfall sein – und wirft grundlegende Fragen über die Tragfähigkeit des gewählten Finanzierungsmodells auf.

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