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Indische Rupie erholt sich dank RBI-Intervention und Iran-Hoffnung

Nach einem Rekordtief von 96,96 Rupien pro Dollar stabilisiert sich die indische Währung – gestützt durch die Zentralbank und Friedenshoffnungen.

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Indische Rupie erholt sich dank RBI-Intervention und Iran-Hoffnung

Die indische Rupie hat sich von ihren historischen Tiefstständen erholt. Nachdem die Währung in der vergangenen Woche noch auf ein Rekordtief von 96,96 Rupien pro US-Dollar gefallen war, schloss sie am vergangenen Freitag bei 95,69 Rupien. Ausschlaggebend dafür waren entschlossene Interventionen der Reserve Bank of India (RBI) sowie wachsender Optimismus rund um einen möglichen Friedensschluss zwischen den USA und dem Iran.

RBI-Gouverneur Sanjay Malhotra machte in einem Interview mit der Zeitung „Mint" deutlich, dass die Rupie aus Sicht der Zentralbank unterbewertet sei. Die RBI werde „alles Notwendige" unternehmen, um eine weitere Abwertung zu verhindern. Eine baldige Zinserhöhung zur Stützung der Währung schloss Malhotra jedoch ausdrücklich aus – ein Signal, das die Märkte aufmerksam registrierten.

Ölpreise als zentraler Belastungsfaktor

Ein wesentlicher Grund für die anhaltende Schwäche der Rupie seit Ende Februar sind die stark gestiegenen globalen Energiepreise. Seit Beginn des Konflikts am 28. Februar ist die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt, blockiert. Die Folge: Die globalen Energiepreise stiegen um rund 45 Prozent. Da Indien in hohem Maße von Rohölimporten abhängig ist, traf dieser Preisanstieg die Landeswährung besonders hart und machte die Rupie zu einer der weltweit schwächsten Währungen.

Die Hoffnung auf ein US-iranisches Friedensabkommen könnte diese Dynamik umkehren. Eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus würde den Ölpreisdruck deutlich mindern. Analysten von IFA Global weisen darauf hin, dass die aggressiven RBI-Interventionen den Aufwärtsdruck auf das Währungspaar USD/INR begrenzen könnten – vorausgesetzt, der Rohölpreis bleibt unter 110 US-Dollar pro Barrel.

Geldpolitik und Swap-Auktion im Fokus

Parallel zur Währungsstabilisierung rückt die Geldpolitik in den Mittelpunkt. Am kommenden Dienstag führt die RBI eine USD/INR-Kauf-Verkaufs-Swap-Auktion im Volumen von 5 Milliarden US-Dollar durch. Experten gehen davon aus, dass damit bestehende Swaps verlängert und die Liquidität im Bankensystem stabilisiert werden soll.

Für die nächste Sitzung des geldpolitischen Ausschusses am 5. Juni erwartet die Mehrheit der Ökonomen keine Zinsänderungen. Institute wie Standard Chartered und MUFG fordern jedoch erste Schritte zur Zinsanhebung, um Inflationserwartungen und Kapitalabflüsse unter Kontrolle zu halten. Die Debatte über den richtigen geldpolitischen Kurs bleibt damit offen.

Auch der indische Anleihemarkt steht unter Druck. Die Rendite der 10-jährigen Benchmark-Anleihe stieg zuletzt auf 7,0917 Prozent. Dieser Anstieg spiegelt die Sorge vor einem vorzeitigen Beginn des Zinsanhebungszyklus sowie einen geringer als erwartet ausgefallenen Überschuss-Transfer der RBI wider. Ökonomin Sakshi Gupta von der HDFC Bank betont, dass die fiskalischen Herausforderungen durch die Subventionslast weiterhin bestehen.

Ausblick: Handelsspanne zwischen 95 und 96 Rupien erwartet

Für die kommende Handelswoche rechnen Marktteilnehmer mit einer Spanne von 95 bis 96 Rupien pro Dollar. Abhishek Bisen von Kotak Mutual Fund erwartet, dass die RBI angesichts der begrenzten Flexibilität am Devisenmarkt verstärkt auf Anleihekäufe setzen wird, um die Marktstabilität zu sichern.

Die weitere Entwicklung hängt maßgeblich vom Verlauf des Iran-Konflikts ab. Hinzu kommen internationale Wirtschaftsdaten, darunter US-Konjunkturindikatoren sowie indische Industriedaten, die in den kommenden Tagen die Richtung für die Rupie vorgeben dürften. Für deutsche Anleger mit Indien-Exposure bleibt die Währungsentwicklung ein wichtiger Risikofaktor, den es genau zu beobachten gilt.

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