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Indische Haushalte erwarten steigende Inflation wegen Kriegssorgen

RBI-Umfragen zeigen: Konflikte zwischen USA und Iran sowie schwache Monsunprognosen treiben Inflationserwartungen in Indien deutlich nach oben.

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Indische Haushalte erwarten steigende Inflation wegen Kriegssorgen

Indische Haushalte rechnen im Jahresverlauf mit einer spürbar steigenden Inflation. Das geht aus aktuellen Umfragen der Reserve Bank of India (RBI) hervor, die am Freitag veröffentlicht wurden. Als Haupttreiber gelten Sorgen über einen möglichen Konflikt zwischen den USA und dem Iran sowie Prognosen über unterdurchschnittliche Monsunregenfälle.

Die Umfrage wurde zwischen dem 2. und 11. Mai in 19 indischen Großstädten durchgeführt. Die aktuelle Inflationswahrnehmung der Haushalte stieg dabei um 60 Basispunkte. Die Inflationserwartungen für die kommenden drei Monate legten sogar um 80 Basispunkte zu, während der Ausblick auf Sicht von einem Jahr um 50 Basispunkte anstieg.

RBI hält Leitzins stabil – und beobachtet die Lage

Vor diesem Hintergrund entschied die indische Zentralbank, ihren Leitzins unverändert bei 5,25 Prozent zu belassen. Die RBI will zunächst beobachten, ob sich der aktuelle Inflationsdruck auf die Gesamtwirtschaft ausweitet, bevor sie weitere geldpolitische Schritte unternimmt. Zusätzlich kündigten Zentralbank und Regierung mehrere Maßnahmen zur Stützung der indischen Rupie an.

Für deutsche Anleger ist dieser Schritt der RBI bedeutsam: In einem Umfeld globaler Unsicherheiten – ausgelöst durch geopolitische Spannungen im Nahen Osten – stehen Schwellenländer wie Indien vor der Herausforderung, Preisstabilität und Währungsstabilität gleichzeitig zu wahren. Die Rupie steht traditionell unter Druck, wenn die Energiepreise steigen, da Indien einen Großteil seines Ölbedarfs importiert.

Verbrauchervertrauen sinkt in Stadt und Land

Separate Umfragen der RBI zeigen zudem ein trübes Bild beim Verbrauchervertrauen. Sowohl in städtischen als auch in ländlichen Regionen ist die Stimmung der Haushalte gesunken. Besonders in den Städten verschlechterte sich die Haltung der Konsumenten in Bezug auf ihre Ausgaben deutlich.

Die RBI führt diesen Rückgang vor allem auf eine geringere Bereitschaft zu diskretionären Ausgaben zurück – also Käufen, die nicht zwingend notwendig sind, wie etwa Elektronik, Reisen oder Restaurantbesuche. Dies ist ein wichtiger Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung, da der private Konsum eine tragende Säule der indischen Volkswirtschaft darstellt.

Der Monsun spielt in Indien eine zentrale wirtschaftliche Rolle: Ausreichende Regenfälle sind entscheidend für die Landwirtschaft und damit für die Lebensmittelpreise. Bleibt der Monsun hinter den Erwartungen zurück, steigen erfahrungsgemäß die Nahrungsmittelpreise – was die Gesamtinflation direkt antreibt und einkommensschwache Haushalte besonders hart trifft.

Die Kombination aus geopolitischen Risiken, Währungsdruck und klimatischen Unsicherheiten stellt die RBI vor eine komplexe geldpolitische Aufgabe. Anleger, die in indische Märkte oder Schwellenländerfonds investiert sind, sollten die weitere Entwicklung der Inflationsdaten und die geldpolitischen Signale der RBI genau im Blick behalten.

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