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Indische Banken: Notleidende Kredite bleiben bis 2028 unter 2%

Der Finanzstabilitätsbericht der Reserve Bank of India zeigt: Indiens Bankensektor bleibt im Basisszenario stabil und widerstandsfähig.

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Indische Banken: Notleidende Kredite bleiben bis 2028 unter 2%

Die indischen Banken stehen auf einem soliden Fundament. Laut dem am Dienstag veröffentlichten Finanzstabilitätsbericht der Reserve Bank of India (RBI) wird die Brutto-Quote notleidender Kredite – auch als Gross Bad Loan Ratio bekannt – in den nächsten drei Jahren im Basisszenario voraussichtlich unter der Marke von 2% bleiben. Dieser Wert gilt im internationalen Bankensektor als Indikator für ein gesundes Kreditportfolio.

Ende März 2026 lag die Brutto-Quote notleidender Kredite bei 1,8%. Bis Ende März 2028 erwartet die RBI im Basisszenario einen leichten Anstieg auf 1,9%. Das Basisszenario stützt sich dabei auf die jüngsten Prognosen für makroökonomische Variablen, wie die Zentralbank erläuterte.

Was bedeutet die Quote notleidender Kredite?

Die Brutto-Quote notleidender Kredite misst den Anteil der notleidenden Vermögenswerte – also Kredite, bei denen Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen – an den Gesamtkrediten einer Bank. Eine niedrige Quote signalisiert, dass das Kreditbuch einer Bank qualitativ hochwertig ist und das Ausfallrisiko gering bleibt. Für Investoren und Analysten ist dieser Kennwert ein zentrales Maß für die Stabilität eines Bankensystems.

Für den Fall schwerer Stressszenarien – die eine deutliche Wachstumsverlangsamung sowie eine höhere Inflation voraussetzen – zeichnet der Bericht ein deutlich ungünstigeres Bild. In diesen Extremszenarien könnte die Brutto-Quote notleidender Kredite bis März 2028 auf einen Bereich zwischen 3,8% und 4,1% ansteigen. Die RBI betonte jedoch, dass die Ergebnisse der Stresstests die Fähigkeit der indischen Banken bestätigten, Verluste auch unter ungünstigen Bedingungen zu bewältigen.

Starkes Kreditwachstum und breite Stabilität im Finanzsektor

Neben dem Bankensektor im engeren Sinne zeigt der Bericht auch für andere Bereiche des indischen Finanzsystems eine robuste Verfassung. Nichtbanken, Vermögensverwaltungsgesellschaften, Clearinghäuser und Versicherungsunternehmen blieben dem Bericht zufolge ebenfalls solide aufgestellt.

Besonders bemerkenswert ist das Kreditwachstum: Im Geschäftsjahr 2026 stieg es auf 14,5%, nach 11% im Vorjahr. Staatliche Kreditinstitute wuchsen dabei weiterhin schneller als ihre Pendants aus dem Privatsektor – ein Trend, der die anhaltende Bedeutung öffentlicher Banken im indischen Finanzsystem unterstreicht.

RBI-Gouverneur Sanjay Malhotra hob im Vorwort des Berichts die Stärke des indischen Finanzsystems hervor. „Die indische Wirtschaft und das Finanzsystem haben trotz erheblicher externer Schocks eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit bewiesen", schrieb er. Diese Einschätzung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem viele Schwellenländer mit globalen Unsicherheiten wie geopolitischen Spannungen und Zinsdruck zu kämpfen haben.

Für deutsche Anleger, die in indische Bankenwerte oder Schwellenländerfonds mit Indien-Exposure investiert sind, liefert der Bericht ein beruhigendes Signal: Der indische Bankensektor zeigt strukturelle Stärke und ist auch für Stressszenarien gerüstet.

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