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Indiens Inflation steigt im Mai auf RBI-Zielwert von 4%

Steigende Gemüsepreise und höhere Treibstoffkosten infolge des US-israelischen Krieges gegen den Iran treiben die indische Inflation an.

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Indiens Inflation steigt im Mai auf RBI-Zielwert von 4%

Indiens Inflation ist im Mai voraussichtlich auf das mittelfristige Ziel der Reserve Bank of India (RBI) von 4% gestiegen. Das geht aus einer Reuters-Umfrage unter Ökonomen hervor. Als Haupttreiber gelten ein Anstieg der Gemüsepreise sowie höhere Treibstoffkosten, die im Zusammenhang mit dem Krieg der USA und Israels gegen den Iran stehen.

Damit endet eine bemerkenswerte Phase der Preisstabilität: Die Inflation lag zuvor 15 Monate in Folge unter dem Zielwert der RBI von 4%. Dieser positive Trend dürfte sich nach Einschätzung der befragten Ökonomen nicht fortsetzen.

Kraftstoffpreise als zentraler Inflationstreiber

Besonders ins Gewicht fallen die gestiegenen Energiekosten. Staatliche Kraftstoffhändler haben die Preise allein im Mai viermal angehoben. Diese wiederholten Preiserhöhungen treiben die Transportkosten in die Höhe und wirken sich damit auf die gesamte Lieferkette und letztlich auf die Verbraucherpreise aus.

Hinzu kommt der Anstieg bei den Lebensmittelpreisen, insbesondere bei Gemüse. Die Lebensmittelinflation gilt in Indien traditionell als wichtiger Bestandteil des Verbraucherpreisindex, da Nahrungsmittel einen erheblichen Anteil am Warenkorb der Bevölkerung ausmachen.

Bedeutung für die Geldpolitik der RBI

Für die Reserve Bank of India, die Zentralbank des Landes, ist der Anstieg auf den Zielwert von 4% ein bedeutsames Signal. Die RBI verfolgt ein mittelfristiges Inflationsziel von genau 4% und beobachtet die Preisentwicklung genau, um ihre Leitzinsentscheidungen zu steuern.

Das Ende der 15-monatigen Phase unter dem Zielwert könnte die geldpolitischen Spielräume der RBI einengen. Sollte die Inflation weiter steigen, wäre eine Lockerung der Geldpolitik – etwa in Form von Zinssenkungen – schwieriger zu rechtfertigen.

Für deutsche Anleger und Beobachter der Schwellenmärkte ist die Entwicklung in Indien relevant, da das Land zu den größten Volkswirtschaften der Welt zählt und globale Rohstoff- sowie Energiepreisbewegungen dort besonders deutlich spürbar werden. Der Einfluss geopolitischer Konflikte auf die Inflation in Schwellenländern zeigt sich hier einmal mehr in aller Deutlichkeit.

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