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IEA warnt vor massiver Ölschwemme nach Ende des Iran-Kriegs

Die IEA senkt die Ölnachfrageprognose drastisch und warnt: Eine Angebotsflut könnte 2027 einen erheblichen Überhang auslösen.

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IEA warnt vor massiver Ölschwemme nach Ende des Iran-Kriegs

Die Internationale Energieagentur (IEA) hat ihre Prognose für die weltweite Ölnachfrage im Jahr 2026 drastisch nach unten korrigiert. Höhere Kraftstoffpreise und eine Knappheit bei Raffinerieprodukten infolge des Iran-Kriegs belasten den globalen Verbrauch erheblich. Gleichzeitig warnt die Behörde, dass eine Erholung des Angebots nach einer Konfliktlösung im Jahr 2027 zu einer massiven Ölschwemme führen könnte.

In ihrem jüngsten monatlichen Ölmarktbericht vom Mittwoch senkte die IEA ihre Nachfrageprognose für 2026 auf 1,1 Millionen Barrel pro Tag im Vergleich zum Vorjahr. Das entspricht einer Abwärtskorrektur um 700.000 Barrel pro Tag gegenüber der Schätzung des Vormonats. Auslöser war ein Einbruch der Lieferungen im zweiten Quartal um 5 Millionen Barrel pro Tag.

Das weltweite Angebot sank im Mai auf 94,5 Millionen Barrel pro Tag – ein Rückgang von 600.000 Barrel pro Tag gegenüber dem Vormonat. Die Produktion fiel damit auf 13,6 mb/d und lag deutlich unter dem Vorkriegsniveau. Die IEA geht nun davon aus, dass das globale Angebot im Jahr 2026 im Vergleich zum Vorjahr um 3,9 mb/d auf 102,4 mb/d sinken wird.

Erheblicher Überhang droht 2027

Für das Jahr 2027 zeichnet die IEA jedoch ein völlig anderes Bild. Das Angebot soll demnach kräftig auf 110,3 mb/d ansteigen – ein Plus von rund 8 Millionen Barrel pro Tag. Dieser Anstieg würde eine prognostizierte moderate Erholung der weltweiten Ölnachfrage von 2 Millionen Barrel pro Tag auf 105,3 mb/d bei Weitem übertreffen.

„Unser erster Blick auf die Bilanzen für 2027 zeigt, dass im nächsten Jahr ein erheblicher Überhang entstehen wird", erklärte die IEA in ihrem Bericht. Der Rückgang der Nachfrage spiegele den kombinierten Druck durch erhöhte Kraftstoffpreise und die Knappheit bei Raffinerieprodukten wider – der Konflikt sei damit über einen reinen Angebotsschock hinausgegangen.

Die Ölpreise reagierten bereits im Vorfeld eines möglichen Friedensabkommens zwischen den USA und dem Iran. Die internationale Referenzsorte Brent Rohöl notierte am Mittwoch zuletzt 0,7 Prozent niedriger bei 78,44 US-Dollar. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Juli lag fast 1,1 Prozent im Minus bei 75,18 US-Dollar. Drei iranische Tanker mit fast fünf Millionen Barrel Rohöl hatten zuvor die Blockade der US-Marine in der Straße von Hormus passiert.

Normalisierung der Lieferketten braucht Zeit

Die IEA wies darauf hin, dass die Verschiffungen durch die Straße von Hormus Anfang Juni stark angestiegen sind, unterstützt durch Ship-to-Ship-Transfers im Golf von Oman. Dies habe dazu beigetragen, die Gesamtströme von einem Maitiefstand von 9,6 mb/d auf etwa 12 mb/d zu steigern.

Eine vollständige Erholung werde jedoch nicht sofort eintreten, mahnte die Agentur. „Minen müssen aus den Hauptschifffahrtswegen entfernt werden, und die Normalisierung der Lieferketten wird Zeit in Anspruch nehmen", so die IEA. Sollte das Abkommen halten, dürften sich Exporte und Produktion aus dem Golf allmählich erholen – auch weil iranische Ölexporte nach Aufhebung der US-Blockade wieder voll aufgenommen werden könnten.

Besonders besorgniserregend ist die Entwicklung der weltweiten Ölvorräte. Die beobachteten globalen Bestände fielen im Mai um 143 Millionen Barrel – eine deutliche Beschleunigung gegenüber dem Rückgang von 74 Millionen Barrel im April. Seit Beginn des Konflikts am 28. Februar haben die Bestände um etwa 3,8 Millionen Barrel pro Tag abgenommen. Die IEA betonte, dass die Ölvorräte weiterhin unter erheblichem Druck stünden – trotz der jüngsten Entspannungssignale an den Märkten.

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