Humana-Aktie springt 12% nach Medicare-Tariferhöhung für 2027
CMS legt finale Medicare-Advantage-Sätze fest – Humana, UnitedHealth und CVS Health profitieren massiv von der Entscheidung.

Die Aktien großer US-Krankenversicherer haben am Montag nachbörslich kräftig zugelegt. Auslöser war die finale Bekanntgabe der Medicare-Vergütungssätze für das Jahr 2027 durch die Centers for Medicare and Medicaid Services (CMS). Humana (NYSE: HUM) führte die Gewinne mit einem Plus von 12% an, während UnitedHealth (NYSE: UNH) und CVS Health (NYSE: CVS) jeweils um 9% stiegen.
Auch weitere Branchenvertreter profitierten deutlich: Elevance Health (NYSE: ELV) legte um 5% zu, Molina Healthcare (NYSE: MOH) gewann 7% und Centene (NYSE: CNC) stieg um 4%. Die breite Rallye zeigt, wie bedeutend die CMS-Entscheidung für den gesamten Sektor ist.
Deutliche Verbesserung gegenüber dem Januar-Vorschlag
Die CMS gab eine durchschnittliche Nettoerhöhung von 2,48% für private Versicherer im Rahmen von Medicare Advantage bekannt. Diese endgültigen Sätze stellen laut der Behörde eine deutliche Verbesserung gegenüber den ursprünglich im Januar vorgeschlagenen Sätzen dar. Experten und Investoren hatten die finale Entscheidung mit Spannung erwartet.
Die Tariferhöhung berücksichtigt mehrere Faktoren: die Wachstumsraten der zugrunde liegenden Kosten, die sogenannten Star-Ratings für 2026 – also Qualitätsbewertungen, die Bonuszahlungen im Jahr 2027 beeinflussen – sowie Aktualisierungen des Risikoadjustierungsmodells. Insgesamt wird prognostiziert, dass die Maßnahmen zu zusätzlichen Medicare-Advantage-Zahlungen von über 13 Milliarden US-Dollar an die Versicherungspläne führen werden.
Die Tragweite der Entscheidung ist enorm: Die finale Richtlinie beeinflusst den Fluss von mehr als einer halben Billion US-Dollar durch private Gesundheitspläne, die von großen Versicherern angeboten werden. Für deutsche Anleger ist Medicare Advantage das US-amerikanische Pendant zu privaten Zusatzversicherungen im gesetzlichen Krankenversicherungssystem – ein milliardenschwerer Markt, der von wenigen großen Konzernen dominiert wird.
CMS-Administrator Dr. Oz mit klarer Botschaft
CMS-Administrator Dr. Mehmet Oz kommentierte die Entscheidung mit den Worten: „Medicare Advantage und Part D sollten für die Menschen funktionieren, die auf sie angewiesen sind. Diese Aktualisierungen sorgen dafür, dass der Versicherungsschutz erschwinglich bleibt und die Patienten einen echten Gegenwert von ihren Plänen erhalten."
Neben der Tariferhöhung enthält die finale Richtlinie auch wichtige technische Anpassungen. So befasst sich die Bekanntmachung mit Kodierungsdifferenzen zwischen Medicare Advantage und dem ursprünglichen Medicare-Programm für 2027. Die CMS wird zudem das Risikoadjustierungsmodell aus dem Jahr 2024 auch für 2027 beibehalten, nachdem die Auswirkungen des Modells zwischen 2024 und 2026 geprüft wurden.
Neue Regeln bei der Risikoadjustierung ab 2027
Eine bedeutende Neuerung betrifft die Berechnung der Risikowerte: Ab 2027 schließt die CMS Diagnoseinformationen aus sogenannten nicht verknüpften Krankenblattprüfungen von der Berechnung des Risikowerts aus. Eine Ausnahme gilt für Versicherte, die zwischen Medicare-Advantage-Organisationen wechseln. Die Behörde erwartet, dass Organisationen, die stark auf solche nicht verknüpften Aufzeichnungen angewiesen sind, stärker von dieser Änderung betroffen sein werden.
Darüber hinaus hat die CMS Aktualisierungen am Risikoadjustierungsmodell für Part D – den Medikamentenkostenteil von Medicare – abgeschlossen. Diese Anpassungen tragen den Änderungen durch den Inflation Reduction Act Rechnung und spiegeln aktuellere Kostendaten wider. Für die Versicherer bedeutet die Gesamtheit der Maßnahmen eine deutlich verbesserte Planungssicherheit für das Geschäftsjahr 2027.
