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Höhere Sparquote senkt auch den Finanzbedarf im Ruhestand

Wer mehr spart, braucht im Alter weniger – ein oft übersehener Vorteil, der sogar das Rentenalter senken kann.

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Höhere Sparquote senkt auch den Finanzbedarf im Ruhestand

Mehr Geld für die Altersvorsorge zurückzulegen ist offensichtlich sinnvoll. Doch Finanzberater weisen auf einen weniger bekannten Nebeneffekt hin: Eine höhere Sparquote zwingt Haushalte gleichzeitig dazu, mit weniger Geld im Alltag auszukommen – und reduziert damit den Betrag, den sie später zur Finanzierung ihres Ruhestands benötigen.

Dieser doppelte Effekt kann laut Experten sogar dazu beitragen, das Alter zu senken, in dem jemand finanziell in der Lage ist, in den Ruhestand zu gehen. Wer heute weniger ausgibt, gewöhnt sich an einen bescheideneren Lebensstil – und muss diesen im Alter entsprechend günstiger finanzieren. Das ist ein Zusammenhang, den viele Sparer beim Planen ihrer Altersvorsorge nicht ausreichend berücksichtigen.

Das Rechenbeispiel: Zwei Haushalte im Vergleich

Um das Konzept zu verdeutlichen, zieht Finanzberater Walsh ein konkretes Beispiel heran. Betrachtet werden zwei Haushalte, die beide ein Jahreseinkommen von 250.000 US-Dollar erzielen, beide im Alter von 35 Jahren mit dem Sparen beginnen und beide eine angenommene jährliche Rendite von 8 Prozent erwirtschaften.

Der Unterschied liegt allein in der Sparquote: Haushalt A legt jährlich 10 Prozent seines Einkommens zurück – das entspricht 25.000 US-Dollar pro Jahr. Haushalt B hingegen spart 30 Prozent, also 75.000 US-Dollar jährlich. Auf den ersten Blick scheint Haushalt B lediglich mehr Kapital anzuhäufen. Doch der entscheidende Unterschied liegt im Lebensstil, den sich beide Haushalte im Laufe der Zeit angewöhnen.

Die 25er-Regel als Maßstab für das Sparziel

Zur Berechnung des jeweiligen Altersvorsorgeziels wird die sogenannte 25er-Regel herangezogen. Dieses Modell nutzt die jährlichen Haushaltsausgaben als Grundlage, um die erforderliche Größe eines angemessenen Altersvorsorgekapitals zu schätzen. Dabei werden die jährlichen Ausgaben mit dem Faktor 25 multipliziert.

Da Haushalt B deutlich mehr spart, gibt er im Umkehrschluss deutlich weniger aus. Sein gewohnter Lebensstandard ist günstiger – und damit auch das Kapital, das er im Ruhestand benötigt, um diesen Lebensstandard aufrechtzuerhalten. Haushalt A hingegen hat sich an höhere Ausgaben gewöhnt und benötigt entsprechend mehr Kapital, um seinen Lebensstil im Alter zu finanzieren.

Für deutsche Privatanleger ist dieses Prinzip besonders relevant. Angesichts der Diskussionen um die Nachhaltigkeit der gesetzlichen Rentenversicherung und steigender Lebenshaltungskosten gewinnt die private Altersvorsorge zunehmend an Bedeutung. Wer frühzeitig nicht nur mehr spart, sondern auch bewusster konsumiert, schafft sich einen doppelten Puffer: mehr Kapital und einen geringeren Finanzbedarf im Alter.

Das Beispiel zeigt eindrücklich, dass Altersvorsorge nicht nur eine Frage der Rendite ist. Die eigene Ausgabendisziplin ist mindestens genauso entscheidend – und oft der unterschätzte Schlüssel zu einem früheren oder finanziell sorgenfreieren Ruhestand.

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