Hoffnung für den DAX
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Der deutsche Aktienindex DAX wird voraussichtlich an seine jüngste Erholungsbewegung anknüpfen. Gestern hatte das Börsenbarometer nach anfänglichen Verlusten die Kurve bekommen und ins Plus gedreht. Anleger können auf einen versöhnlichen Wochenschluss hoffen. Zur Stunde taxiert der Broker IG die 40 deutschen Standardwerte 0,3 Prozent höher bei 15.375 Punkten.
Das intraday reversal, also die Kursumkehr im Tagesverlauf, macht technisch orientierten Anlegern nun kurzfristig Mut. Allerdings bleibt es dabei: Solange der DAX nicht aus seiner Seitwärtsbewegung seit Anfang Februar ausbricht, ist mit einem nachhaltigen Richtungswechsel am deutschen Aktienmarkt nicht zu rechnen. Die Begrenzungen auf der Unter- und Oberseite liegen nun bei 15.151 respektive 15.553 Zählern.
Positive Vorgaben kommen von den US-Börsen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging gestern 1,1 Prozent höher aus dem Handel. Der technologielastige Nasdaq rückte 0,7 Prozent vor, und der breit gefasste S&P 500 legte 0,8 Prozent zu. Händler begründeten die Kursaufschläge mit Äußerungen des Fed-Notenbankers Raphael Bostic, der für ein langsames und behutsames Vorgehen bei weiteren Zinserhöhungen plädiert hat.
Auch die Anleger an den asiatischen Börsen können sich den positiven Vorgaben von der Wall Street nicht entziehen. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index hat sich mit Kursgewinnen ins Wochenende verabschiedet. Zum Handelsschluss in Tokio lag das japanische Börsenbarometer 1,6 Prozent höher bei 27.928 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 0,2 Prozent im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen trat auf der Stelle.
Im asiatischen Devisenhandel schwächelt der Dollar etwas. Parallel dazu zieht der Euro um 0,1 Prozent auf 1,0612 Dollar an. Die Feinunze Gold kostet am Morgen 1840 Dollar und damit 0,1 Prozent mehr als am Vorabend.
Ein weiteres Thema am deutschen Aktienmarkt ist der bevorstehende Platzwechsel der Rheinmetall-Aktie in die erste Börsenliga. Der Rüstungskonzern und Autozulieferer dürfte im März zur ersten Börsenliga stoßen und verdrängt Index-Experten zufolge den Dialysespezialisten FMC aus dem DAX. Zudem stehen voraussichtlich auch im MDAX, TecDAX und SDA weitere Platzwechsel an. Die Deutsche Börse wird sich heute Abend nach US-Börsenschluss dazu äußern.
In anderen Branchen gibt es ebenfalls interessante Neuigkeiten. So baut der Chipkonzern Infineon sein Geschäft mit neuartigen Leistungshalbleitern für Elektro-Anwendungen aus und übernimmt für 830 Millionen US-Dollar den kanadischen Ottawa und beschäftigt mehr als 200 Menschen. Die Zustimmung der Behörden steht noch aus. Infineon erhofft sich von der Übernahme einen Ausbau seines Angebots an energieeffizienten Leistungshalbleitern für Anwendungen in der Elektromobilität sowie für Industrieanwendungen. GaN Systems setzt dabei auf die sogenannte Galliumnitrid-Technologie, die schneller und effizienter als konventionelle Halbleiter sein soll. Mit dem Kauf soll auch die Position von Infineon in Nordamerika gestärkt werden, einem wichtigen Markt für den Chiphersteller.
