Hoffnung auf Zinswende treibt Nikkei über 40.000
Schwacher Yen und Unternehmensnachrichten beflügeln japanische Börsenkurse deutlich

Die japanische Börse hatte in der vergangenen Woche einen deutlichen Aufschwung erlebt, da Anleger auf eine mögliche Zinswende der Bank of Japan (BOJ) setzten. Der Nikkei-Index, der 225 Unternehmen umfasst, war um 1,8 Prozent auf 40.281 Punkte geklettert und hatte damit erstmals seit Mitte Dezember die Marke von 40.000 Zählern überschritten. Auch der breiter gefasste Topix-Index hatte zugelegt und notierte 1 Prozent höher bei 2799 Punkten. Ein schwacher Yen und die Perspektive einer Zinserhöhung im Januar hatten die Anleger motiviert. Laut Protokollen der BOJ-Sitzung im Dezember sahen einige Währungshüter die Bedingungen für eine baldige Anhebung der Zinsen als gegeben an.
Die positive Entwicklung war durch Unternehmensnachrichten weiter beflügelt worden. Insbesondere die Fusionsgespräche zwischen Honda und Nissan hatten Hoffnung auf eine Verbesserung der Renditen für Anleger geweckt. Kentaro Hayashi vom Finanzdienstleister Daiwa hatte erklärt, dass diese Nachrichten von den Marktteilnehmern gefeiert wurden. Unter den Einzelwerten hatten vor allem exportorientierte Unternehmen wie Toyota und Sony von der schwachen Landeswährung profitiert. Toyota hatte am Vormittag ein Plus von 2,1 Prozent verzeichnet, was den Aktienkurs für den dritten Tag in Folge steigen ließ. Medienberichte über eine geplante Verdoppelung der Eigenkapitalrendite auf 20 Prozent bis 2030 hatten das Interesse an der Aktie befeuert. Später am Tag gab der Kurs jedoch den Großteil der Gewinne wieder ab.
Auch Sony hatte mit einem Zuwachs von 1,8 Prozent zur positiven Marktstimmung beigetragen. Jun Morita von Chibagin Asset Management hatte hervorgehoben, dass Toyota weiterhin als unterbewertet galt, was das Kaufinteresse an der Aktie gestärkt hatte. Weitere Unternehmen wie der Einzelhandelskonzern Fast Retailing und der Chiphersteller Tokyo Electron hatten ebenfalls deutliche Kursgewinne erzielt. Fast Retailing war um 3 Prozent gestiegen und wurde zur größten Stütze des Nikkei, während Tokyo Electron ein Plus von 1,85 Prozent verzeichnete.
Im Gegensatz dazu hatten die Börsen in China unter einer pessimistischen Grundstimmung gelitten. Anhaltende Sorgen um die wirtschaftliche Erholung des Landes hatten die Gewinne belastet. Die Börse in Shanghai hatte lediglich 0,3 Prozent auf 3408 Punkte zugelegt, während der CSI-Index in Shanghai und Shenzhen nahezu unverändert bei 3981 Punkten geblieben war. Trotz der schwierigen Lage in China hatte in Tokio der Optimismus dominiert, gestützt durch die Hoffnungen auf eine straffere Geldpolitik und positive Unternehmensentwicklungen.
