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Herausforderungen für Bosch, ZF und Conti

Margendruck und fehlende Blockbuster-Innovationen

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Herausforderungen für Bosch, ZF und Conti

Die deutsche Autozulieferindustrie, einst als Gigant der globalen Automobilbranche gefeiert, steht vor erheblichen Herausforderungen. Unternehmen wie Bosch, ZF und Continental, die mit Umsätzen in Milliardenhöhe zu den größten Zulieferern weltweit zählen, sehen sich mit schrumpfenden Margen und einer abnehmenden Marktmacht konfrontiert. Die Gründe hierfür sind vielschichtig und weisen auf tiefgreifende strukturelle Probleme innerhalb der Branche hin.

In den vergangenen Jahren haben diese Unternehmen ihre dominante Stellung in der Automobilzulieferindustrie nicht zuletzt durch kontinuierliche Innovationen und die Fähigkeit, diese in Massenproduktion umzusetzen, behauptet. Doch die Zeiten haben sich geändert. Eine Studie der Unternehmensberatung Roland Berger und Analysen der deutschen Industriebank IKB zeigen, dass die Gewinnmargen der Zulieferer deutlich gesunken sind. Während vor der Coronakrise noch teilweise zweistellige Margen erzielt wurden, liegen diese nun im Durchschnitt zwischen vier und fünf Prozent. Einzelne Unternehmen wie Continental berichten sogar von einer bereinigten Gewinnmarge von lediglich 1,9 Prozent im Automobilsektor.

Ein wesentlicher Faktor für diese Entwicklung ist das Fehlen von sogenannten Blockbuster-Innovationen in den margenstärksten Zukunftsfeldern. Die deutschen Zulieferer haben es versäumt, rechtzeitig und erfolgreich in Schlüsseltechnologien wie Hochleistungschips, Software für Auto-Betriebssysteme oder das automatisierte Fahren zu investieren. Stattdessen haben sie sich aus Bereichen wie der Lidar-Technologie zurückgezogen, die als essenziell für das automatisierte Fahren gilt. Diese Zurückhaltung bei Investitionen in neue Technologien hat dazu geführt, dass Autohersteller zunehmend direkt mit Technologiekonzernen wie Nvidia oder Qualcomm zusammenarbeiten, um ihre Fahrzeuge mit den neuesten Technologien auszustatten.

Die Konsequenzen dieser Entwicklungen sind weitreichend. Nicht nur, dass die deutschen Zulieferer in den Kernbereichen der modernen Automobilwirtschaft marginalisiert werden, sie sehen sich auch mit einer zunehmenden Konkurrenz durch neue Akteure konfrontiert. So könnte der chinesische Batteriehersteller CATL, der erst vor 13 Jahren gegründet wurde, in Kürze hinsichtlich des Umsatzes an Continental und ZF vorbeiziehen und sich sogar Bosch als Branchenprimus nähern.

Die Reaktion der deutschen Zulieferer auf diese Herausforderungen scheint bislang unzureichend. Trotz der offensichtlichen Notwendigkeit, in Innovationen und Zukunftstechnologien zu investieren, planen viele Unternehmen, ihre Ausgaben in den Entwicklungsabteilungen zu reduzieren. Dies könnte die Fähigkeit der Zulieferer, im Wettbewerb um die Technologieführerschaft mitzuhalten, weiter einschränken.

Auto & Mobilität

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