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Hellofresh-Aktie verzeichnet größten Kurssprung seit 2019

Gewinnrückgang geringer als erwartet, Short-Squeeze treibt Kurs

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Hellofresh-Aktie verzeichnet größten Kurssprung seit 2019

Die Hellofresh-Aktie hat einen erheblichen Kursanstieg verzeichnet, der den größten seit 2019 darstellt. Der Kurs der Aktien des im MDax gelisteten Kochboxenlieferanten stieg um bis zu 23 Prozent auf einen Höchststand von 6,65 Euro, dem höchsten Niveau seit Ende April. Dieser Kursanstieg erfolgt nach der Bekanntgabe von Quartalszahlen, die besser ausfielen als erwartet. Obwohl Hellofresh für das zweite Quartal einen Rückgang des Gewinns meldete, fiel dieser Rückgang geringer aus als von Analysten prognostiziert. Das bereinigte Betriebsergebnis schrumpfte um etwa 24 Prozent auf 146,4 Millionen Euro, während die Analystenschätzungen bei 123 Millionen Euro lagen.

Das Unternehmen hatte während der Pandemie von einem Boom im Kerngeschäft mit Kochboxen profitiert, bei dem Kunden die Zutaten für bestimmte Gerichte zum Selberkochen erhalten. Dieser Boom ist mittlerweile abgeflacht. In einem Brief an die Aktionäre räumt das Management ein, dass die zu optimistischen Umsatzprognosen zu einer zu hohen Fixkostenbasis führten, die für die aktuellen Umsatzaussichten zu hoch sei. Zugleich investiert Hellofresh in seine wachsende Sparte der Fertiggerichte. Im zweiten Quartal halbierte sich die operative Gewinnmarge in diesem Bereich auf vier Prozent, während der währungsbereinigte Umsatz um mehr als 45 Prozent anstieg.

Der Konzernumsatz stieg währungsbereinigt um 0,9 Prozent auf 1,94 Milliarden Euro, was jedoch hinter den Markterwartungen zurückblieb. Der durchschnittliche Bestellwert erhöhte sich um 5,6 Prozent, aber die Anzahl der Bestellungen ging um 3,6 Prozent auf 28,91 Millionen zurück. Börsianer führten den kräftigen Kursanstieg auf einen sogenannten „Short-Squeeze“ zurück, bei dem auf fallende Kurse wettende Investoren gezwungen sind, ihre Positionen aufgrund unerwarteter Kursgewinne aufzulösen. Daten zeigen, dass 14 Prozent der Hellofresh-Aktien geshortet waren, was eine der höchsten Quoten am deutschen Markt darstellt.

Um die Kursgewinne langfristig zu sichern, muss Hellofresh laut Analysten weiterhin Fortschritte bei der Kosten- und Kapazitätsoptimierung im Kochboxengeschäft zeigen und gleichzeitig die Profitabilität im Bereich der Fertiggerichte steigern. Für das laufende Quartal erwartet Hellofresh einen währungsbereinigten Umsatzanstieg von ein bis zwei Prozent und einen bereinigten operativen Gewinn zwischen 30 und 50 Millionen Euro. Die Aktie, die einst im DAX notiert war, liegt seit ihrem Rekordhoch von November 2021 um mehr als 90 Prozent im Minus und hat in diesem Jahr bereits mehr als 50 Prozent nachgegeben. Nur sieben von 19 Analysten empfehlen derzeit einen Kauf auf diesem Niveau.

HellofreshAktienMDAX

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