ANZEIGE

Heide nach Northvolt: Tennet-Hub soll Industrie anlocken

Nach dem Northvolt-Debakel setzt Schleswig-Holstein auf einen neuen Plan: Ein gigantischer Stromdrehkreuz von Tennet soll energieintensive Industrie nach Heide locken. Doch die Skepsis bleibt groß.

•• 3 Min
Heide nach Northvolt: Tennet-Hub soll Industrie anlocken

Die Westküste Schleswig-Holsteins erlebt ein Déjà-vu. Wo vor zwei Jahren die Batteriezellfabrik Northvolt mit großem Tamtam startete und spektakulär scheiterte, steht nun der nächste Anlauf bevor. Diesmal soll es ein Multiterminal-Hub des Übertragungsnetzbetreibers Tennet richten.

Milliarden-Investition für grüne Energie

Auf 50 Hektar Fläche unweit des ehemaligen Northvolt-Geländes entsteht eine Art gigantische Steckdose für Ökostrom. Mächtige Kabel leiten Energie von Offshore-Windparks der Nordsee nach Heide. Der Großteil fließt weiter Richtung Ostdeutschland, doch ein Teil bleibt vor Ort verfügbar. Die Landesregierung spricht von einer Investition in Höhe von mehreren Milliarden Euro.

Das Konzept dahinter: Billiger grüner Strom soll energieintensive Industrie anziehen – Chemieunternehmen, Wasserstoffproduzenten oder Rechenzentren. Dirk Burmeister, Chef der regionalen Entwicklungsagentur, zeigt sich optimistisch: "Das ist ein Meilenstein für die Standortentwicklung." In 40 Dienstjahren habe er noch nie so gute Voraussetzungen erlebt.

Das Northvolt-Trauma sitzt tief

Die Euphorie fällt dennoch verhalten aus. Zu frisch sind die Erinnerungen an März 2024, als Bundeskanzler Scholz, Wirtschaftsminister Habeck und Ministerpräsident Günther den Spatenstich für die Northvolt-Fabrik feierten. 4,5 Milliarden Euro Investition, 3000 direkte Arbeitsplätze, bis zu 10.000 mit Zulieferern – das Projekt sollte zum Gamechanger werden.

Bund und Land schossen 600 Millionen Euro über eine KfW-Wandelanleihe zu. Wenige Tage nach dem Spatenstich rollten die Bagger. Doch ebenso turboschnell platzte der Traum: Im vergangenen Jahr meldete Northvolt Insolvenz an. Die Baustelle in Heide wurde zum Geisterflughafen.

Lyten als neuer Hoffnungsträger

Jetzt soll es das US-Unternehmen Lyten richten. Die 2015 im Silicon Valley gegründete Firma will auf dem Northvolt-Gelände Lithium-Schwefelbatterien und ein Rechenzentrum aufbauen. Zu den Investoren zählen FedEx, Stellantis und Honeywell. 1000 Arbeitsplätze sind geplant.

Allerdings verzögert sich das Projekt. Ein "Closing", also der Vertragsabschluss, wurde für 2025 angekündigt – bis heute wartet man darauf. Bei seinem Auftritt im Kieler Landtag präsentierte Lyten-Chef Dan Cook eine Batterie in AA-Größe, was für Verwunderung sorgte.

Politik fordert Transparenz

SPD-Wirtschaftsexperte Kianusch Stender mahnt zur Vorsicht. "Lyten darf keinen Freifahrtschein erhalten." Die Lehre aus Northvolt sei, dass Schnelligkeit nicht vor Genauigkeit gehen dürfe. Er fordert Transparenz über den Kaufpreis für das Gelände und ein konkretes Konzept.

Von der ursprünglichen KfW-Wandelanleihe über 600 Millionen Euro liegen noch rund 264 Millionen auf einem Sperrkonto. Bund und Land wollen möglichst viel davon zurückholen. Gleichzeitig soll ein potenzieller Käufer das Gelände ohne Altlasten übernehmen können.

Hub als Stromdrehkreuz der Zukunft

Der Tennet-Hub ist mehr als nur eine Durchleitungsstation. Die Multiterminal-Technologie vernetzt mehrere Systeme und ermöglicht erstmals Querverbindungen statt reiner Punkt-zu-Punkt-Verbindungen. Zwei Offshore-Stränge mit vier Gigawatt Leistung werden mit dem NordOstLink nach Mecklenburg-Vorpommern verknüpft.

Über Konverter und Umspannwerk fließt der Strom auch ins regionale Wechselstromnetz. "Elektrolyseure, Rechenzentren, energieintensive Produktion – alles kann angeschlossen werden", erklärt Burmeister. Die Region bietet zudem eine Datenleitung von GlobalConnect und soll bis 2032 ans bundesweite Wasserstoff-Kernnetz angeschlossen werden.

Zwischen Hoffnung und Skepsis

Die Raffinerie Heide in Hemmingstedt könnte künftig synthetische Kraftstoffe herstellen. "Grüne Raffinerie, grünes Gewerbe und Produktion – das ist der Weg", betont Burmeister. Er verweist auf internationales Investoreninteresse.

Doch trotz des demonstrativen Optimismus bleibt die Zukunft Heides eng mit dem Northvolt-Erbe verknüpft. Das umzäunte und mit Stacheldraht gesicherte Gelände am Blauen Lappen wirkt verlassen. Ob es wirklich losgeht, werden Burmeister und seine Kollegen erst wissen, wenn die ersten Werke tatsächlich in Betrieb gehen.

Die Landesregierung rechnet mit einem Abschluss der Lyten-Verhandlungen bis Ende März. Bis dahin dürfte beim Spatenstich für das Multiterminal der Jubel verhalten ausfallen. Es ist ein Anfang – mehr aber auch nicht.

NorthvoltTennetHeideLytenBatteriezellfabrikOffshore-WindparkEnergiewendeSchleswig-HolsteinMultiterminal-HubGrüner Strom

Meistgelesene News

  1. Ukraine-Roboterangriff im Donbas deckt Schwachstelle in Putins Kriegsmaschinerie auf
  2. XRP-Preisprognose: Was Anleger in den nächsten drei Jahren erwarten
  3. SpaceX-Aktie: Könnte eine Investition von 5.000 Dollar Millionär machen?
  4. BASF im Umbruch: Evonik-Übernahme und EU-Batterie-Regeln
  5. Rohöl kehrt zu Vorkriegsniveau zurück – Dieselpreise bleiben Rekordhoch

Disclaimer


Wichtiger Hinweis auf bestehende Interessenkonflikte:

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass im Rahmen dieser Publikation Interessenkonflikte bestehen:

1. Die Stock Market Media Ltd. und ihr nahestehende Personen besitzen Aktien der hier empfohlenen Gesellschaften und beabsichtigen, diese im Rahmen und zu jedem Zeitpunkt dieser Empfehlung zu verkaufen. Hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

2. Der Herausgeber dieser Publikation, sowie die verantwortlichen Redakteure erhalten für die Erstellung eine finanzielle Vergütung. Auch hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

3. Beachten Sie auch die weitergehenden Ausführungen zu bestehenden Interessenkonflikten im nachfolgenden Disclaimer, u.a. unter Ziff. 2.

Wichtige Informationen und Pflichtmitteilungen gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sowie gemäß Finanzanlageverordnung (FinAnV).

Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit als Ersteller von Anlagestrategieempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 34 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 oder von Anlageempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 35 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014, (bisher „Finanzanalysen“) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“) gemäß WpHG angezeigt. Die Pflichten der Stock Market Media Ltd. regeln sich primär nach den §§ 85, 86 WpHG, der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 und der Delegierten Verordnung (EU) 2016/958.

Angaben über den/die Ersteller dieser Publikation:
Verantwortlich für die Erstellung der Texte und Inhalte dieser Publikation ist Herr Roberto Gonçalves de Albuquerque, als Analyst und Chefredakteur. Herausgeber ist die Stock Market Media Ltd., 405 Kings Road, Flat 600, London; SW10 0BB, Vereinigtes Königreich, vertreten durch den Director Roberto Gonçalves de Albuquerque.

Wichtige Hinweise zur Erstellung dieser Veröffentlichung:
Diese Veröffentlichung enthält sowohl Tatsachen und Fakten zu den besprochenen Unternehmen, als auch rein subjektive Werturteile, Interpretationen, Schätzungen, Hochrechnungen, Vorhersagen und Preisziele. Diese versuchen wir, möglichst transparent voneinander abzugrenzen, um irreführende Angaben zu vermeiden. Recherche, Aufbereitung und Formulierung erfolgen dabei unter Einsatz gängiger digitaler und KI-gestützter Hilfsmittel; die inhaltliche Prüfung und die redaktionelle Verantwortung liegen bei uns. Die wesentlichen Grundlagen und Maßstäbe unserer Werturteile und Bewertungen, der besprochenen Aktien, basieren auf folgender Vorgehensweise:

Beurteilung und Bewertung von Unternehmen nach herkömmlichen Bewertungsmethoden (grundlegender Bewertungsansatz)

  • Einschätzung des Potentials der zukünftigen Unternehmensentwicklung (Wachstumsansatz) und Hochrechnung auf das entsprechende Bewertungspotential (Kurs-Potential-Analyse) sowie einer möglichen Unternehmens-Aktien-Bewertung aufgrund potentieller Gewinnerwartungen (KGV Hochrechnung)
  • Einschätzung des von uns erwarteten Best-Case-Szenarios im absoluten Erfolgsfall des Unternehmens (Blue-Sky-Potential-Ansatz)
  • Effekt der von uns erwarteten, gesteigerten Bekanntheit der empfohlenen Aktie auf den Aktienkurs durch einen starken Anstieg der Nachfrage am Markt (insbesondere maßgeblich bei marktengen oder neu bzw. erstmals empfohlenen Aktien) aufgrund der von uns oder Dritten veröffentlichten Publikationen (meistens Kaufempfehlungen), (Multiplikator- / Momentum-Effekt, Hype), dadurch überproportional steigende Rendite/Aktienkurs bei entsprechend steigendem Risiko
  • Technische Analyse des Aktienkurses gemäß gängiger Analyse-Methoden, meist zur Voraussage von Kurs-Signalen (Kauf- oder Verkaufssignal, Ausbruch der Aktie, Festlegung von Kurszielen, Unterstützungs- oder Widerstandsbereichen, erwarteten Mindestbewegungen oder Mindest-Gegenbewegungen, Voraussage von Signalpunkten (wenn-dann), etc.), größtenteils auf der erwarteten Massenpsychologie aufbauend. (technischer Ansatz).

Herkömmliche Bewertungsansätze sind bei jungen oder noch umsatzlosen Unternehmen oft schlecht sinnvoll anwendbar. Daher stützen wir uns bei der Bewertung von solchen Unternehmen tendenziell auf die von uns errechnete Potential-Analyse, sowie die Einschätzung der Nachfrage nach solchen Aktien am Kapitalmarkt. Letztendlich entscheidet der Markt über den Aktienkurs eines Unternehmens. Entsteht durch umfangreiche Empfehlungen einer Aktie, eine exzessive Nachfrage nach dieser, ist es möglich, dass der Aktienkurs bei einem hohen Handelsvolumen überdurchschnittlich steigt. Dies führt zwar zu extremen Gewinnmöglichkeit, erhöht jedoch entsprechend das Risiko einer Blasenbildung mit entsprechendem Kursrückgang. Durch die gesteigerte Volatilität der Aktie in solchen Situationen ergeben sich überdurchschnittliche Gewinn- und Verlustmöglichkeiten, sowohl in beide Handelsrichtungen als auch bei wiederkehrenden Gegenbewegungen. Auch solche Marktentwicklungen sind ein wichtiger Teil unserer Handelsempfehlungen und Bewertungsansätze.

Diese Publikation befasst sich ausschließlich mit überdurchschnittlich volatilen Werten mit hohem Gewinn- und auch Verlustpotential.

Hinweis zu Informationsquellen:
Die Zuverlässigkeit von Informationsquellen wird von uns vor deren Verwendung ausführlich geprüft und von uns entsprechend ihrer Glaubwürdigkeit und Bedeutung subjektiv bewertet. Dabei entscheiden wir nach eigenen Maßstäben, welche Quellen wir für relevant, zu konservativ oder zu optimistisch halten. Letztendlich legen wir unsere Empfehlungen aufgrund unserer persönlichen Einschätzungen fest. Bei der Informationsbeschaffung greifen wir auf zahlreiche öffentlich zugängliche Quellen zurück wie z.B. Pressemitteilungen, Ad-Hoc-Mitteilungen, Unternehmensmeldungen, Firmenpräsentationen, Publikationen und Artikeln zum besprochenen Unternehmen, gängige Finanzmedien im In- und Ausland sowie auf Unternehmens- oder Branchen-Analysen Dritter.

In unseren Publikationen werden ausschließlich öffentlich verfügbare Informationen und Quellen, sowie vom Unternehmen selbst verbreitete Informationen verwendet.

Hinweis zu bestehenden Interessenkonflikten:
Wir weisen hiermit darauf hin, dass Gesellschafter, Redakteure, Mitarbeiter sowie Personen bzw. Unternehmen die an der Erstellung dieser Veröffentlichung beteiligt sind, sowie Auftraggeber (Dritte) der Publikation von Stock Market Media Ltd. zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung direkt oder indirekt Anteile an Wertpapieren, welche im Rahmen der jeweiligen Publikation besprochen werden, halten. und daher an einer Kurs- und/oder Umsatzsteigerung, d.h. auch einer erhöhten Handelsliquidität interessiert sind, da die Absicht besteht, in unmittelbarem Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung diese Wertpapiere zu verkaufen und an steigenden Kursen und Umsätzen zu partizipieren. Ein Kurszuwachs der Aktien der vorgestellten Unternehmen kann zu einem Vermögenszuwachs bei diesen Personen führen. Durch die Besprechung des Unternehmens können jedenfalls der Aktienkurs des Unternehmens erheblich beeinflusst werden. Insbesondere wird auch durch Wertpapiertransaktionen der Aktienkurs der besprochenen Unternehmen maßgeblich beeinflusst. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um Unternehmen handelt deren Aktien keine breite Marktkapitalisierung haben und bei denen nur ein enger Markt besteht. Hier können auch nur geringe Auftragsvolumen erhebliche Auswirkungen auf die Kurse haben. Sie sind aber auch daran interessiert, dass der Kurs des besprochenen Unternehmens sinkt, wenn sie deren Aktien günstiger erwerben wollen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Stock Market Media Ltd. und seine Mitarbeiter werden zudem für die Vorbereitung, elektronische Verbreitung und Veröffentlichung dieser Publikation sowie für andere Dienstleitungen entgeltlich entlohnt. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Diese Vergütung kann durch das Unternehmen über das die Stock Market Media Ltd. Informationen veröffentlicht, durch mit diesen Unternehmen verbundene Dritte oder sonstige Dritte, die ein Interesse in Bezug auf die im Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung besprochenen Unternehmen verfolgen, erfolgen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen. Dieser wird zunächst dadurch begründet, dass die Stock Market Media Ltd. im Interesse ihres Auftraggebers ihre Ausführungen vornehmen könnte. Die Stock Market Media Ltd. und/oder mit ihr verbundene Unternehmen haben mit der gegenständlichen Gesellschaft bzw. mit deren Aktionären eine kostenpflichtige Vereinbarung zur Erstellung der redaktionellen Besprechung getroffen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Hinweis zur Handhabe der internen Organisationspflichten:
Aufgrund der geringen Unternehmensgröße des Herausgebers, ist eine interne Kontrolle der Compliance Prozesse der an dieser Publikation mitwirkenden Mitarbeiter und sonstigen Beteiligten überschaubar.

Verantwortliche Aufsichtsbehörde:
Die Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit gemäß § 86 WpHG bei der BaFin angezeigt.