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Hedgeye legt ETF auf Indexaufnahme-Kandidaten für Privatanleger auf

Hedgeye Asset Management startet einen ETF, der gezielt von Zwangskäufen durch Indexfonds bei S&P-500-Aufnahmen profitieren soll.

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Hedgeye legt ETF auf Indexaufnahme-Kandidaten für Privatanleger auf

Hedgeye Asset Management hat einen neuen börsengehandelten Fonds (ETF) aufgelegt, der eine bislang institutionellen Investoren vorbehaltene Strategie für Privatanleger zugänglich machen soll. Der sogenannte Hedgeye Index Adds ETF zielt darauf ab, von den Zwangskäufen zu profitieren, die entstehen, wenn Indexanbieter die Zusammensetzung wichtiger US-Marktbenchmarks wie des S&P 500 anpassen.

Indexfonds und Vermögensverwalter sind verpflichtet, ihre Portfolios eng an den jeweiligen Benchmark anzupassen. Wird ein Unternehmen neu in einen Index aufgenommen, müssen diese Fonds die entsprechenden Aktien kaufen – unabhängig vom aktuellen Kurs. Genau diese vorhersehbare Nachfrage will Hedgeye antizipieren und für seine Anleger nutzbar machen.

Strategie: Kaufen vor der Aufnahme, verkaufen am ersten Handelstag

Laut Prospekt plant das Unternehmen, maximal 40 börsennotierte Unternehmen zu halten, deren Aktien bereits die Kriterien für eine Indexaufnahme erfüllen oder diese Schwelle bald überschreiten könnten. Die Positionen sollen dann am ersten Handelstag nach der offiziellen Aufnahme in einen Zielindex wieder verkauft werden. Die Strategie setzt also auf den Kursanstieg, der durch die massiven Pflichtankäufe der Indexfonds entsteht.

Fondsmanager Brooks Cutright beschreibt das Konzept als demokratisierenden Schritt für den Kapitalmarkt: „Seit Jahrzehnten ist dieser Handel mit Indexaufnahmen einer kleinen Gruppe innerhalb der Investmentbranche vorbehalten." Es handele sich um ein Marktphänomen, zu dem die Mehrheit der Privatanleger bisher keinen Zugang hatte, so Cutright weiter.

Tesla als historisches Paradebeispiel

Wie wirkungsvoll solche Indexaufnahmen sein können, zeigt das Beispiel Tesla. Als Standard & Poor's ankündigte, den Elektroautobauer in den S&P 500 aufzunehmen – Tesla war bereits seit 2010 börsennotiert –, löste dieser Schritt einen Kaufrausch von Indexinvestoren im Wert von über 50 Milliarden US-Dollar aus. Genau diese Art von Marktbewegung will Hedgeye mit seinem neuen ETF vorwegnehmen.

Der Zeitpunkt der Fondsauflegung ist dabei kein Zufall. Das Debüt des Hedgeye Index Adds ETF fällt nur zwei Wochen vor dem mit Spannung erwarteten Börsengang von Elon Musks SpaceX. Dieser Deal könnte das Raumfahrtunternehmen mit 1,75 Billionen US-Dollar bewerten und rüttelt bereits an langjährigen Richtlinien darüber, welche Unternehmen in wichtige Marktindizes aufgenommen werden dürfen.

SpaceX-IPO sorgt für Regeländerungen bei Nasdaq

Ende März, kurz bevor SpaceX seine Absicht bekannt gab, an der Nasdaq zu notieren, kündigte die Börse eine Überarbeitung ihrer Zulassungsregeln an. Damit soll sichergestellt werden, dass neu an die Börse gehende Mega-Cap-IPOs keine langen Wartezeiten überbrücken müssen, bevor sie in den Nasdaq 100 Index aufgenommen werden können. Die Ankündigung verdeutlicht, welchen Einfluss einzelne Börsengänge auf die gesamte Indexlandschaft haben können.

Für deutsche Privatanleger ist das Konzept des Hedgeye Index Adds ETF ein anschauliches Beispiel dafür, wie institutionelle Handelsstrategien zunehmend in Form von ETFs verpackt und einem breiteren Publikum zugänglich gemacht werden. Ob die Strategie langfristig funktioniert, hängt jedoch davon ab, wie präzise Hedgeye die künftigen Indexkandidaten identifizieren kann – und wie schnell der Markt diese Erwartungen bereits einpreist.

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