Hedgefonds entdecken neue Aktienchancen
Kleinere, innovative Unternehmen rücken in den Fokus der Profianleger

Profianleger in Deutschland setzen zunehmend auf kleinere und weitestgehend unbekannte Aktien, während sie ihre Positionen in etablierten Unternehmen wie Nvidia und Vertiv reduzieren. Dies geht aus Daten der US-Investmentbank Goldman Sachs hervor, die die Portfolios von über 95 Hedgefonds analysiert hat. Bei Nvidia, einem führenden Anbieter im Bereich Künstlicher Intelligenz (KI), wurde die Anzahl der Aktien leicht verringert. Noch deutlicher fiel der Rückgang bei Vertiv aus, einem Unternehmen, das Kühlsysteme für Rechenzentren herstellt. Hier reduzierten die Profianleger ihre Anteile um rund ein Viertel.
Stattdessen investierten die Hedgefonds verstärkt in vier neue Titel, die in Deutschland kaum bekannt sind. An erster Stelle steht die Wix-Aktie. Das israelische Unternehmen ermöglicht es Kunden, ohne Programmierkenntnisse Internetseiten zu erstellen. Dank eines neuen KI-Tools kann dies nun sogar durch eine einfache Textbeschreibung geschehen. Diese Innovation hat dazu geführt, dass Wix in den letzten Quartalen die Gewinnprognosen übertreffen konnte. Analysten erwarten, dass sich der Nettogewinn pro Aktie nahezu verzehnfachen wird, was zu einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 25 führt. Trotz dieser positiven Prognosen bleibt die Bewertung der Aktie im Vergleich zu Wettbewerbern wie Squarespace moderat.
Ein weiteres neues Investmentziel der Hedgefonds ist Shark Ninja. Das US-Unternehmen, bekannt für seine innovativen Haushaltsgeräte, erzielte im ersten Quartal 2024 einen Umsatzanstieg von fast 25 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar. Besonders erfolgreich ist Shark Ninja in China, wo mehr als die Hälfte des Umsatzes generiert wird. Analysten sehen die Innovationskraft des Unternehmens als Schlüssel zum weiteren Wachstum, da jährlich 25 neue oder verbesserte Produkte auf den Markt gebracht werden sollen. Das KGV von Shark Ninja liegt bei 18 und ist damit höher als das der Konkurrenz, jedoch sind die Erwartungen an das zukünftige Wachstum entsprechend hoch.
Drittes Unternehmen im Fokus der Hedgefonds ist Sea aus Singapur. Der Internetkonzern betreibt unter anderem die bekannte Onlinehandelsplattform Shopee und den Spieleentwickler Garena. Nach einem starken Anstieg während der Coronapandemie erlebte die Aktie einen Einbruch, zeigt nun aber wieder Aufwärtstrends. Besonders das Spiel "Free Fire" und das Wachstum von Shopee tragen zu dieser Erholung bei. Analysten prognostizieren für Sea ein KGV von 44 auf Basis der erwarteten Gewinne für 2025, wobei der aktuelle Kurs rund zehn Prozent unter dem durchschnittlichen Kursziel liegt.
Auch Go Daddy, ein US-amerikanisches Unternehmen, das Cloud-Dienste für die Erstellung von Websites anbietet, hat es in die Top-Picks der Hedgefonds geschafft. Das Unternehmen verzeichnet seit 2015 stetig steigende Umsätze und setzt verstärkt auf KI-Tools, um den Umsatz pro Kunde zu erhöhen. Analysten schätzen, dass Go Daddy den freien Cashflow pro Aktie mit einer jährlichen Wachstumsrate von über 20 Prozent steigern kann. Das Kursziel liegt bei 144 Dollar, was nur knapp über dem aktuellen Kurs liegt. Das KGV für 2025 wird auf 22 geschätzt, was die Aktie im Vergleich zu anderen Technologiewerten attraktiv erscheinen lässt.
Diese Entwicklungen zeigen, dass Hedgefonds zunehmend auf innovative und wachstumsstarke Unternehmen setzen, die in traditionellen Märkten weniger bekannt sind. Trotz hoher Bewertungen sehen sie in diesen Aktien großes Potenzial für zukünftige Gewinne.
