Guinea verbietet Rohgold-Export zur Förderung inländischer Verarbeitung
Präsident Mamadi Doumbouya setzt mit sofortiger Wirkung ein Exportverbot für unraffiniertes Gold durch.

Guinea hat den Export von unraffiniertem Gold mit sofortiger Wirkung verboten. Präsident Mamadi Doumbouya verkündete die Maßnahme nach einem Treffen mit industriellen und handwerklichen Goldproduzenten sowie Käufern. Ziel ist es, die inländische Wertschöpfung zu steigern und mehr Arbeitsplätze im Land zu schaffen.
„Guinea wird künftig verlangen, dass sein Gold innerhalb der eigenen Landesgrenzen verarbeitet wird. Rohgold wird Guinea nicht mehr verlassen", erklärte Doumbouya. Er betonte dabei, dass bisher andere Länder von den wirtschaftlichen Vorteilen der Verarbeitung und des Handels mit guineischen Rohstoffen profitiert hätten – ein Zustand, den er beenden will.
Gold zählt zu den wichtigsten Exportgütern Guineas. Nach Angaben des World Gold Council ist das westafrikanische Land der sechstgrößte Goldproduzent Afrikas. Allein im ersten Quartal dieses Jahres wurden nach Behördenangaben mehr als 22 Tonnen des Edelmetalls verschifft.
Neue Raffinerie in Conakry kurz vor Fertigstellung
Um die heimische Verarbeitung zu ermöglichen, steht in der Hauptstadt Conakry eine neue Raffinerie kurz vor der Fertigstellung. Dort soll das guineische Gold künftig veredelt werden, bevor es verarbeitet und exportiert wird. Die Anlage verfügt laut Berichten über eine Kapazität von 250 Tonnen pro Jahr – genug, um die aktuelle Produktion des Landes zu bewältigen.
Ausländische Unternehmen, die in Guinea tätig sind, wurden ausdrücklich gewarnt: Wer gegen die neue Anordnung verstößt, riskiert den Verlust seiner Lizenzen sowie die Kündigung seiner Bergbauverträge. Die Regierung macht damit deutlich, dass sie die Maßnahme konsequent durchsetzen will.
Afrikanischer Trend zur inländischen Wertschöpfung
Guinea reiht sich mit diesem Schritt in einen wachsenden Trend auf dem afrikanischen Kontinent ein. Mehrere Länder haben in den vergangenen Jahren ähnliche Maßnahmen ergriffen, um die Rohstoffverarbeitung im eigenen Land zu halten:
Tansania und Uganda
haben den Export von unverarbeiteten Mineralien und Metallen wie Gold und Kupfer bereits verboten. -
Ghana
plant, den Export von Rohgold bis 2030 zu untersagen. -
Simbabwe
, Afrikas führender Lithiumproduzent, hat den Export von Lithiumkonzentraten ab 2027 verboten.
Das Ziel dieser Länder ist dasselbe: Statt Rohstoffe günstig ins Ausland zu verkaufen, sollen Verarbeitung und Wertschöpfung im eigenen Land stattfinden – mit entsprechend positiven Effekten für Wirtschaft und Beschäftigung.
Guinea ist nicht nur für sein Gold bekannt. Das Land ist zudem der weltweit größte Produzent von Bauxit, dem Ausgangsstoff für die Aluminiumherstellung. Die neue Exportpolitik beim Gold könnte daher als Signal verstanden werden, dass die guineische Regierung auch in anderen Rohstoffsektoren künftig stärker auf inländische Verarbeitung setzen könnte – auch wenn das Exportverbot derzeit ausschließlich Gold betrifft.
