Greg Abel führt Berkshire Hathaway seit 100 Tagen – der Wandel beginnt
Nach Warren Buffetts Ära übernimmt Greg Abel das Steuer bei Berkshire Hathaway – und erste Veränderungen werden bereits sichtbar.

Greg Abel ist seit 100 Tagen der neue Chef von Berkshire Hathaway. Der Wechsel an der Spitze des legendären Konglomerats markiert das Ende einer Ära – und den Beginn einer neuen. Vieles bleibt, doch manches verändert sich bereits spürbar.
Schon kurz vor seiner offiziellen Amtsübernahme stellte sich Abel den Fragen der Mitarbeiter. An einem kalten Dezembernachmittag nahm er an einem wöchentlichen gemeinsamen Mittagessen teil und beantwortete offen, was die Belegschaft bewegte.
Omaha bleibt Heimat von Berkshire Hathaway
Eine der ersten und drängendsten Fragen betraf den Firmensitz: Würde Abel den Hauptsitz aus Omaha, Nebraska, verlegen? Die Stadt ist seit Jahrzehnten untrennbar mit Berkshire Hathaway und dem Namen Warren Buffett verbunden. Abel antwortete klar und unmissverständlich: Nein, es werde keinen Umzug geben.
Diese Frage hätte zu fast jedem Zeitpunkt während Buffetts langer Amtszeit als absurd gegolten. Dass sie nun gestellt wurde, zeigt, wie groß die Unsicherheit unter den Mitarbeitern angesichts des historischen Führungswechsels ist. Buffett hatte Omaha stets als Sinnbild für die bodenständige, bescheidene Unternehmenskultur von Berkshire gepflegt.
Der Wechsel an der Spitze von Berkshire Hathaway ist einer der bedeutendsten Führungswechsel in der Geschichte der amerikanischen Wirtschaft. Warren Buffett, das sogenannte „Orakel von Omaha", hatte das Unternehmen über Jahrzehnte geprägt und zu einem der wertvollsten Konglomerate der Welt geformt. Sein Nachfolger Greg Abel steht nun vor der Aufgabe, dieses Erbe zu verwalten und gleichzeitig eigene Akzente zu setzen.
Ein neuer Führungsstil kündigt sich an
Dass Abel bereits in der Übergangsphase aktiv auf die Mitarbeiter zuging und sich ihren Fragen stellte, gilt als Signal für einen möglicherweise zugänglicheren Führungsstil. Buffett war zwar stets für seine Offenheit gegenüber Aktionären bekannt – etwa durch seine berühmten Jahresbriefe –, doch der direkte Dialog mit der Belegschaft war weniger sein Markenzeichen.
Die ersten 100 Tage eines neuen Unternehmenschefs gelten traditionell als Bewährungsprobe und Richtungsweiser. Was Abel in dieser Zeit kommuniziert und entscheidet, sendet wichtige Signale an Mitarbeiter, Investoren und den Markt gleichermaßen. Die Aktie von Berkshire Hathaway (BRK.B) reagierte zuletzt mit einem leichten Rückgang von 0,11 Prozent.
Für deutsche Anleger, die in Berkshire Hathaway investiert sind oder dies erwägen, bleibt die zentrale Frage: Wie wird Abel die bewährte Investitionsphilosophie Buffetts fortführen – und wo wird er eigene Wege gehen? Die kommenden Monate dürften darauf erste Antworten liefern.
- Firmensitz in Omaha, Nebraska, bleibt bestehen
- Abel nahm bereits vor Amtsantritt aktiv am Mitarbeiterdialog teil
- Berkshire-Aktie (BRK.B) verzeichnete zuletzt ein leichtes Minus von 0,11 Prozent
- Die ersten 100 Tage gelten als Richtungsweiser für Abels Amtszeit
