Greg Abel erklärt seine Vision für Berkshire Hathaway nach Buffett
Berkshires neuer CEO Greg Abel legt in seinem ersten Aktionärsbrief dar, wie er das Buffett-Erbe fortführen will.

Greg Abel hat in seinem ersten Aktionärsbrief als CEO von Berkshire Hathaway klargemacht, wie er das Konglomerat künftig führen will. Er bekennt sich ausdrücklich zur Blaupause, die Warren Buffett einst entwickelt hat, um ein angeschlagenes Textilunternehmen in eines der wertvollsten Unternehmen Amerikas zu verwandeln. Damit sendet Abel ein klares Signal der Kontinuität an die Aktionäre.
Gleichzeitig machte Abel deutlich, dass seine eigene Ära bei Berkshire begonnen hat. Ähnlich wie Buffett in seinen legendären Jahresbriefen kommentierte Abel jeden zentralen Geschäftsbereich – vom Versicherungsgeschäft über die operativen Tochtergesellschaften bis hin zum Aktienportfolio und der Kapitalallokation. Er folgt damit dem bewährten Format seines Vorgängers eng.
Buffett selbst bleibt dem Unternehmen weiterhin erhalten. Laut Abel ist der 94-jährige Investorenlegende fünf Tage pro Woche im Büro präsent und steht seinem Nachfolger beratend zur Seite – sei es beim Underwriting im Versicherungsbereich oder bei der Aktienauswahl.
Versicherungs-Float als Fundament des Konglomerats
Das Versicherungsgeschäft bleibt das Herzstück von Berkshire Hathaway. Abel betonte, dass der sogenannte Float – also die von Versicherungsnehmern im Voraus gezahlten Prämien – dem Unternehmen ermöglicht, Aktien, andere Wertpapiere und ganze Unternehmen zu erwerben. Ende 2025 belief sich dieser Float auf beeindruckende 176 Milliarden US-Dollar, nach 171 Milliarden US-Dollar im Vorjahr.
Ajit Jain, der langjährige Leiter des Versicherungsgeschäfts, erhielt von Abel ausdrückliches Lob – ganz in der Tradition Buffetts. Jain ist bekannt für seine Fähigkeit, ungewöhnliche Policen zu kalkulieren: Er versicherte etwa das höchste Gebäude Chicagos gegen Terroranschläge und sicherte PepsiCo gegen die Auszahlung eines Tombola-Hauptgewinns von einer Milliarde US-Dollar ab. Solche kreativen Underwriting-Leistungen gelten als Markenzeichen des Berkshire-Versicherungsgeschäfts.
Für Anleger der Berkshire-Aktie (BRK.B) ist Abels erster Brief ein wichtiges Zeichen: Der neue CEO setzt auf Stabilität und Bewährtes, ohne dabei auf eigene Akzente zu verzichten. Die Aktie legte zuletzt leicht zu und notiert weiterhin nahe ihren Allzeithochs.
