GrainCorp-Aktie stürzt um 20% nach schwacher Prognose ab
Australischer Getreidehändler senkt Gewinnausblick drastisch – niedrige Weltmarktpreise belasten

Die Aktie des australischen Getreidehandelsunternehmens GrainCorp (ASX: GNC) ist am Montag auf ein Vierjahrestief abgestürzt. Der Kurs brach um bis zu 19,3 Prozent auf 5,81 Australische Dollar ein – der niedrigste Stand seit November 2021. Auslöser war eine deutlich schwächere Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr 2026.
Das Unternehmen erwartet für das Geschäftsjahr 2026 ein bereinigtes EBITDA zwischen 200 und 240 Millionen Australischen Dollar. Im Vorjahr hatte dieser Wert noch bei 308 Millionen Dollar gelegen. Noch drastischer fällt der Rückgang beim bereinigten Nettogewinn aus: Dieser soll nur noch 20 bis 50 Millionen Dollar erreichen, verglichen mit 87 Millionen Dollar im Geschäftsjahr 2025.
Globales Überangebot drückt auf Margen
Als Hauptgrund für die schwache Prognose nennt GrainCorp ein zyklisches Überangebot auf den globalen Getreidemärkten. Die Preise bleiben gedämpft, obwohl die Winterernte an der australischen Ostküste stark ausgefallen ist. Besonders belastend wirken sich die Exportmargen aus, die auf mehrjährigen Tiefstständen liegen.
Zusätzlich verkaufen australische Landwirte ihre Ware derzeit nur zögerlich, was das Geschäft zusätzlich bremst. Das Unternehmen rechnet für das laufende Geschäftsjahr mit Annahmen von 11,0 bis 12,0 Millionen Tonnen Getreide, deutlich weniger als die 13,3 Millionen Tonnen im Vorjahr. Die Exportmengen werden auf 5,5 bis 6,5 Millionen Tonnen geschätzt.
Kostenmanagement wird beschleunigt
GrainCorp kündigte als Reaktion auf die schwierige Marktlage an, Initiativen zum Kostenmanagement zu beschleunigen. Dabei soll jedoch das Serviceniveau für Kunden aufrechterhalten werden. Die Maßnahmen sollen helfen, die Auswirkungen der niedrigen Margen abzufedern.
Für deutsche Anleger ist GrainCorp vor allem als Indikator für die globale Getreidemarktlage interessant. Das Unternehmen gehört zu den größten Getreidehandelsunternehmen im asiatisch-pazifischen Raum und bedient wichtige Exportmärkte.
