Goldman Sachs: Wall-Street-Sorgen um Apple sind übertrieben pessimistisch
Goldman Sachs stellt sich vor den Q2-Ergebnissen gegen die negative Marktstimmung und sieht Apple deutlich stärker als befürchtet.

Goldman Sachs stemmt sich gegen den pessimistischen Markttrend rund um Apple und bezeichnet die Sorgen der Wall Street als überzogen. Analyst Michael Ng erklärte: „Die Bedenken gegenüber Apple sind angesichts der deutlich stärkeren relativen Position des Unternehmens übertrieben pessimistisch." Die Einschätzung kommt kurz vor der Veröffentlichung der Ergebnisse für das zweite Geschäftsquartal.
Die Apple-Aktie hat seit Jahresbeginn Kursverluste verzeichnet, während der S&P 500 im gleichen Zeitraum ein Plus von 2% erzielte. Belastet wird der Kurs vor allem durch zwei Faktoren: Sorgen über den Margendruck bei Smartphones sowie die Befürchtung eines Nachfragerückgangs infolge steigender DRAM-Preise. Goldman Sachs hält diese Ängste jedoch für nicht gerechtfertigt.
Goldman Sachs erwartet Gewinn über Marktkonsens
Für das zweite Geschäftsquartal prognostiziert Goldman Sachs einen Gewinn je Aktie (EPS) von 2,00 US-Dollar – und liegt damit deutlich über dem Marktkonsens von 1,93 US-Dollar. Die Bank erwartet dabei eine Outperformance bei den iPhone-Umsätzen, den Mac-Umsätzen sowie bei den Bruttomargen. Zusätzlich dürften günstige Wechselkurseffekte und ein starkes Wachstum im Dienstleistungsbereich die Ergebnisse stützen.
Im Segment Dienstleistungen rechnet Goldman Sachs mit einem Wachstum von 14% im Jahresvergleich. Dies gilt trotz eines weiteren schwachen Quartals im App Store. Als tragende Säulen nennt die Bank iCloud+, AppleCare+, vorangegangene Preiserhöhungen bei Apple TV+ sowie eine solide Werbeperformance. Für die Zukunft sieht Goldman Sachs zudem die Erweiterung des Werbeinventars im App Store und in Maps als zusätzlichen Rückenwind.
Positive Datenpunkte aus dem Marktumfeld
Zur Untermauerung ihrer optimistischen Einschätzung verweist Goldman Sachs auf eine Reihe konkreter Datenpunkte. So hob TSMC in seiner jüngsten Bilanzpressekonferenz die Outperformance bei High-End-Smartphones hervor. Darüber hinaus konnte das iPhone in China Marktanteile hinzugewinnen. Berichte deuten außerdem darauf hin, dass Apple sich aktiv mobile DRAM-Bestände sichert und dabei die Preise wettbewerbsfähig hält – ein direktes Gegenargument zu den Margensorgen des Marktes.
Mit Blick auf die kommenden Monate sieht Goldman Sachs weitere Katalysatoren für die Apple-Aktie. Auf der Entwicklerkonferenz WWDC werden neue KI-Funktionen für Siri erwartet. Besonders hervor hebt die Bank die iPhone-Modellreihe im Herbst, die sie als die wahrscheinlich „innovativste aller Zeiten mit der Einführung des iPhone Fold" bezeichnet. Diese Produktinnovationen könnten die Stimmung rund um die Aktie nachhaltig drehen und den Kursrückstand gegenüber dem Gesamtmarkt aufholen.
