Gewinnmitnahmen und Unsicherheiten belasten asiatische Börsen
Jahresendhandel geprägt von geringen Volumina und Einfluss lokaler Ereignisse

Die asiatischen Börsen verzeichneten zum Wochenbeginn vor Jahresende eine gemischte Entwicklung. An den japanischen Märkten dominierten Gewinnmitnahmen, während das geringe Handelsvolumen angesichts der bevorstehenden Neujahrsferien zusätzlich belastend wirkte. In China blieb der Aktienmarkt stabil, während in Südkorea ein Flugzeugunglück deutliche Auswirkungen auf die Börse hatte.
In Tokio verlor der Nikkei-Index ein Prozent und schloss bei 39.894 Punkten, womit er sich von seinem jüngsten Fünf-Monats-Hoch entfernte. Trotz dieses Rückgangs steht der Index für das Jahr insgesamt mit einem Plus von rund 20 Prozent da. Anleger reagierten mit Zurückhaltung, da es laut Marktbeobachtern keinen klaren Grund gibt, warum der Nikkei die Marke von 40.000 Punkten überschreiten sollte. Fumio Matsumoto von Okasan Securities erklärte, dass die Gewinnmitnahmen eher mit einer risikoscheuen Haltung vor den langen Feiertagen zusammenhängen, als mit einem pessimistischen Ausblick für das kommende Jahr. Die japanischen Börsen bleiben über den Jahreswechsel drei Tage geschlossen und öffnen erst wieder am 6. Januar.
Unter den Einzelwerten belasteten vor allem der Chipausrüster Advantest und der Autobauer Nissan den Nikkei. Advantest verlor knapp drei Prozent, während Nissan mit einem Minus von 5,7 Prozent zu den größten Verlierern gehörte. Die Nissan-Aktie hatte zuvor im Dezember aufgrund von Spekulationen über eine mögliche Fusion mit Honda erheblich zugelegt. Der MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien außerhalb Japans sank leicht um 0,2 Prozent, bleibt aber mit einem Jahresplus von 16 Prozent deutlich im positiven Bereich.
In China legte der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen um 0,4 Prozent zu. Chinesische Blue Chips haben damit im Jahresverlauf fast 16 Prozent zugelegt, wobei das größte Plus im September nach Ankündigungen von Konjunkturmaßnahmen durch die Regierung in Peking erzielt wurde.
In Südkorea traf ein schweres Flugzeugunglück die Märkte. Die Aktie der Fluggesellschaft Jeju Air fiel um 8,7 Prozent auf ein Allzeittief, nachdem eines ihrer Flugzeuge bei einer Bruchlandung explodiert war und 179 Menschen ums Leben kamen. Auch andere südkoreanische Airlines wurden in Mitleidenschaft gezogen. Korean Air verzeichnete einen Rückgang von drei Prozent, während die Aktien der Billigfluggesellschaften T’way Air und Jin Air um 3,2 Prozent beziehungsweise 2,8 Prozent nachgaben.
