Gewinneinbruch bei Mercedes
Kostendruck und fehlende Teile belasten

Mercedes kämpft derzeit mit massiven Gewinneinbußen. Im dritten Quartal brach der Nettogewinn um 7 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro ein. Auch der freie Cashflow sank deutlich. Besonders die Kernmarke Mercedes-Benz Pkw schwächelt. Hier brach der Betriebsgewinn um 18 Prozent ein, die Marge sank auf nur noch rund 12 Prozent.
Als Gründe nennt Mercedes starken Preisdruck und gestiegene Kosten für viele Bauteile. Die Nachfrage nach Luxusautos ist derzeit schwach, es gibt laut Analysten keinen Treiber. Mercedes musste die Produktion immer wieder drosseln, da wichtige Teile fehlten. Insbesondere der Engpass bei 48-Volt-Batterien vom Zulieferer Bosch bremst die Fertigung aus.
Ohne die kleinen Akkus kann Mercedes kaum Autos mit Verbrennungsmotor bauen. Der Absatz brach ein, obwohl die Nachfrage vorhanden war. Auch im Bereich der besonders profitablen Top-Modelle wie der S-Klasse gab es einen Absatzrückgang von 18 Prozent. Insgesamt gingen die Pkw-Verkäufe um 4 Prozent zurück.
Das Ende des Zyklus mit hohen Margen ist laut Experten erreicht. Die Autobranche steuert auf eine Normalisierung der Gewinne zu. Mercedes versucht, den Absatz mit hohen Rabatten bis zu 16 Prozent anzukurbeln. Doch die Verbraucher halten sich beim Autokauf derzeit zurück. Die Inflation dämpft die Kauflaune, viele nutzen ihre aktuellen Fahrzeuge länger.
Positiv entwickelte sich zuletzt die Sparte für leichte Nutzfahrzeuge wie Vans. Hier stieg der Gewinn dank guter Nachfrage um 44 Prozent. Dieses Segment rettete Mercedes bisher auch die Jahresprognose. Doch die kommenden Monate dürften herausfordernd bleiben, warnt der Konzern. Man bleibe in schwierigen Zeiten aber widerstandsfähig, so Mercedes.
Für 2024 rechnen Analysten wieder mit besseren Geschäften im Luxussegment. Mercedes muss aber seine Abhängigkeit vom Verbrenner reduzieren, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. Noch machen Autos mit Benzin- oder Dieselmotor aber 90 Prozent der Verkäufe aus. Bei der Elektromobilität ist trotz Rabatten der Durchbruch noch nicht gelungen. Hier bleibt für den Autobauer noch viel zu tun.
