Gema-Vorstand unter Beschuss: Ex-Manager erheben schwere Vorwürfe
Ehemalige Führungskräfte einer Gema-Tochter werfen dem Vorstand des Musik-Rechteverwerters Misswirtschaft und kulturpolitischen Schaden vor.

Der Vorstand der Gema, Deutschlands größter Musikrechte-Verwertungsgesellschaft, sieht sich mit ernsthaften Vorwürfen konfrontiert. Ehemalige Manager einer früheren Tochtergesellschaft behaupten, die Führungsriege kaufe Unternehmen gezielt günstig ein und verkaufe sie anschließend mit Gewinn weiter – zulasten des eigentlichen Auftrags der Organisation.
Die Kritiker werfen dem Gema-Vorstand vor, damit den kulturellen Auftrag der Gesellschaft zu vernachlässigen. Darüber hinaus richte das Vorgehen der Gema-Chefs nachhaltigen kulturpolitischen Schaden in der deutschen Musikszene an, so die Vorwürfe der Ex-Manager.
Zebralution im Mittelpunkt des Streits
Konkret dreht sich der Konflikt um das Unternehmen Zebralution, das mehr als 1.000 Independent-Labels repräsentiert. Zum Portfolio zählen namhafte Künstler wie die Fantastischen Vier, Wolf Biermann und Die Ärzte. Im Auftrag dieser Künstler und Labels verhandelt Zebralution mit Streaming-Giganten wie Spotify, Apple Music und Amazon über Lizenzvereinbarungen und Nutzungsrechte.
Noch bedeutender ist Zebralutions Stellung im Hörbuchmarkt. Renommierte Verlage wie Aufbau und Suhrkamp zählen zu den Klienten des Unternehmens – ein Segment, das angesichts des boomenden Audiobook-Markts erhebliches wirtschaftliches Gewicht hat.
Die Vorwürfe berühren grundlegende Fragen zur Governance von Verwertungsgesellschaften, die eigentlich im Interesse ihrer Mitglieder – also der Kreativen – handeln sollen. Für die deutsche Musikbranche und den Kultursektor steht damit mehr auf dem Spiel als ein interner Managementstreit.
