GDV analysiert E-Auto-Schäden
Weniger Unfälle, doch Reparaturen sind kostspieliger und komplexer

Die rasche Ausbreitung von Elektrofahrzeugen auf den Straßen wird sowohl gelobt als auch kritisiert, insbesondere hinsichtlich der Reparaturkosten. Ein jüngster Bericht des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat ergeben, dass die Reparaturkosten für Elektroautos nach einem Unfall im Durchschnitt ein Drittel höher sind als die für konventionelle Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Obwohl es derzeit weniger Unfälle mit Elektrofahrzeugen gibt, wirft dieser Kostenunterschied ernsthafte Fragen zur langfristigen Rentabilität und Akzeptanz dieser Technologie auf.
Die Untersuchung des GDV umfasste 37 Modellpaare, wobei jeweils ein Elektroauto und ein vergleichbares Fahrzeug mit Verbrennungsmotor gegenübergestellt wurden. Beispielsweise wurde das Tesla Model 3 Allrad der ersten Generation mit dem BMW 330i verglichen. Die Daten wurden über einen Zeitraum von drei Jahren sowohl für die Kfz-Haftpflicht- als auch für die Vollkaskoversicherung gesammelt.
Ein Hauptgrund für die höheren Reparaturkosten von Elektrofahrzeugen ist die teure Batterie, deren Tausch zwischen 10.000 und 40.000 Euro kosten kann. Hinzu kommt, dass Werkstätten oft Unsicherheiten im Umgang mit beschädigten Elektroautos haben. Beispielsweise gibt es lange Wartezeiten, um die Batterie abzukühlen, und hohe Reparaturkosten. In einigen Fällen führt die Tauchung von E-Autos, um die Batterie abzukühlen, zu Totalschäden.
Interessanterweise zeigen die Daten, dass Elektroautos weniger Unfälle verursachen als ihre Kollegen mit Verbrennungsmotor. Dies wurde teilweise auf das vorsichtigere Fahren von E-Auto-Besitzern zurückgeführt, aber auch auf den Umstand, dass E-Autos häufig zu Hause geladen werden, wodurch das Risiko von Diebstahl oder anderen Schäden verringert wird.
Dennoch könnten die höheren Reparaturkosten für E-Autos in Zukunft zu höheren Versicherungsprämien für die Kunden führen. Einige hochpreisige Modelle, wie der Tesla Model S, sind bereits in höheren Typklassen eingestuft. Die Versicherer sind jedoch proaktiv und haben eine Reihe von Vorschlägen zur Kostensenkung vorgelegt. Dazu gehört, das Design von Elektroautos anzupassen, um Batterien besser zu schützen, und Werkstätten mit besseren Diagnosedaten zu versorgen.
Es gibt auch einen Aufruf, die Fähigkeiten von Werkstätten, Abschleppdiensten und Feuerwehren zu verbessern und mehr Möglichkeiten zur Reparatur von E-Autos zu schaffen, anstatt Teile einfach auszutauschen. Die derzeitige Praxis des pauschalen Austauschs vieler Teile nach einem Unfall wird als weder umweltfreundlich noch nachhaltig angesehen. Das Wachstum der Elektromobilität bringt unbestreitbare Vorteile, aber wie dieser Bericht zeigt, gibt es auch Herausforderungen, die angegangen werden müssen.
