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GameStop-Chef Ryan Cohen bietet 56 Milliarden Dollar für eBay

Ryan Cohen will eBay übernehmen und zu einem ernsthaften Amazon-Konkurrenten mit Hunderte-Milliarden-Bewertung machen.

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GameStop-Chef Ryan Cohen bietet 56 Milliarden Dollar für eBay

GameStop-Chef Ryan Cohen hat ein unaufgefordertes Übernahmeangebot für den Online-Marktplatz eBay unterbreitet. Wie das Wall Street Journal berichtet, bietet Cohen rund 125 US-Dollar je Aktie in bar und Aktien – ein Aufschlag von etwa 20 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag. Das Gesamtvolumen des Angebots beläuft sich auf rund 56 Milliarden US-Dollar.

Cohen erklärte gegenüber dem Wall Street Journal, dass GameStop bereits eine Beteiligung von rund 5 Prozent an eBay aufgebaut habe. Das unaufgeforderte Angebot – also ein Angebot ohne vorherige Zustimmung des Zielunternehmens – kommt damit nicht aus dem Nichts: GameStop ist bereits als Aktionär bei eBay engagiert.

Cohens Vision: eBay als Amazon-Rivalen positionieren

Der GameStop-Chef zeigt sich äußerst ambitioniert, was die Zukunft von eBay betrifft. „eBay sollte – und wird – viel mehr wert sein", sagte Cohen in einem Interview. „Ich denke darüber nach, eBay in ein Unternehmen zu verwandeln, das Hunderte Milliarden US-Dollar wert ist." Damit stellt er eBay explizit als potenziellen Konkurrenten für Amazon in den Raum.

Zur Finanzierung des milliardenschweren Deals hat Cohen nach eigenen Angaben bereits eine konkrete Zusage gesichert. Die TD Bank habe eine Finanzierungszusage über bis zu 20 Milliarden US-Dollar an Fremdkapital bereitgestellt, um eine Transaktion zu ermöglichen. Der verbleibende Teil der Kaufsumme soll demnach über Aktien abgewickelt werden.

Ungewöhnlicher Deal mit Signalwirkung

Das Angebot ist aus mehreren Gründen bemerkenswert. GameStop ist vor allem als stationärer Videospielehändler bekannt und wurde in den vergangenen Jahren vor allem durch den sogenannten Meme-Aktien-Hype rund um Kleinanleger an der Börse bekannt. Dass das Unternehmen nun einen der weltweit bekanntesten E-Commerce-Marktplätze übernehmen will, stellt eine radikale strategische Neuausrichtung dar.

eBay selbst ist mit seiner Plattform für den Kauf und Verkauf von Waren zwischen Privatpersonen und Händlern seit Jahrzehnten ein etablierter Akteur im Online-Handel. Allerdings hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren Marktanteile an Konkurrenten wie Amazon, aber auch an neuere Plattformen verloren. Cohen sieht darin offenbar eine Chance zur Neupositionierung.

Für deutsche Anleger ist das Angebot besonders interessant, da eBay in Deutschland traditionell eine starke Nutzerbasis hat und hierzulande zu den meistgenutzten Online-Marktplätzen zählt. Ob der eBay-Vorstand das unaufgeforderte Angebot annimmt, ablehnt oder Gegenforderungen stellt, bleibt abzuwarten. Solche unaufgeforderten Übernahmeangebote – sogenannte „hostile bids" – führen häufig zu intensiven Verhandlungen oder alternativen Bieterverfahren.

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