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GameStop-Chef Cohen eskaliert feindliche Übernahme von eBay

Ryan Cohen wendet sich nach eBays Ablehnung direkt an die Aktionäre und verschärft den Übernahmekampf erheblich.

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GameStop-Chef Cohen eskaliert feindliche Übernahme von eBay

GameStop-CEO Ryan Cohen erhöht den Druck auf eBay (Nasdaq: EBAY) und bekräftigt seine Drohung einer feindlichen Übernahme. Wie die Financial Times am Mittwoch berichtete, sandte Cohen einen Brief an eBay-Verwaltungsratsvorsitzenden Paul Pressler, nachdem der Online-Marktplatz sein Übernahmeangebot Anfang der Woche abgelehnt hatte. Cohen kritisiert darin das Unternehmen scharf dafür, sein unaufgefordertes Angebot ohne substanzielle Diskussionen zurückgewiesen zu haben.

Der Kern des Konflikts: GameStop hatte Anfang des Monats ein Bar- und Aktienangebot in Höhe von 125 US-Dollar je eBay-Aktie unterbreitet. Das Angebot besteht zur Hälfte aus Barmitteln und zur Hälfte aus GameStop-Aktien. eBay wird dabei mit mehr als dem Vierfachen des GameStop-Marktwertes bewertet – GameStop selbst kommt derzeit auf eine Marktkapitalisierung von rund 10,3 Milliarden US-Dollar.

Am Dienstag lehnte eBay das Angebot offiziell ab und bezeichnete es als „weder glaubwürdig noch attraktiv". Das Unternehmen nannte dabei konkrete Bedenken: die Finanzierung der Transaktion, die potenzielle Verschuldung eines zusammengeschlossenen Unternehmens sowie Governance- und Vorstandsvergütungsstrukturen bei GameStop.

Cohen wendet sich direkt an eBay-Aktionäre

Da der eBay-Verwaltungsrat Cohens Bitte um ein persönliches Treffen ablehnte, kündigte der GameStop-Chef an, das Angebot nun direkt den Aktionären zu unterbreiten. Dieses Vorgehen ist ein klassisches Mittel bei feindlichen Übernahmen: Der Bieter umgeht das Management und den Verwaltungsrat und versucht, die Anteilseigner direkt zu überzeugen. Um diese Strategie zu untermauern, hat GameStop bereits eine Beteiligung von 5 Prozent an eBay aufgebaut.

In seinem Brief an Pressler greift Cohen auch die Unternehmensführung von eBay direkt an. Er wirft Fragen zur Governance und zur Vergütung der Führungskräfte auf und verweist dabei auf ein konkretes Beispiel: eBay-CEO Jamie Iannone habe während seiner sechsjährigen Amtszeit insgesamt 144 Millionen US-Dollar erhalten – während die Zahl der aktiven Käufer auf der Plattform gleichzeitig zurückging.

Hintergrund: GameStop und Ryan Cohen

Ryan Cohen ist eine schillernde Figur in der US-Finanzwelt. Er wurde bekannt als Mitgründer des Online-Tierbedarfshändlers Chewy und übernahm später die Kontrolle bei GameStop, dem stationären Videospieleinzelhändler, der 2021 im Zentrum des Meme-Aktien-Hypes stand. Cohen gilt als aktivistischer Investor, der Unternehmen durch öffentlichen Druck und direkte Aktionärsansprache zu Veränderungen zu bewegen versucht.

eBay hingegen ist einer der ältesten und bekanntesten Online-Marktplätze der Welt und an der NASDAQ notiert. Das Unternehmen steht seit Jahren unter Druck, da es im Wettbewerb mit Amazon und anderen Plattformen Marktanteile verloren hat. Ob Cohens Vorstoß letztlich erfolgreich sein wird, bleibt angesichts der deutlichen Ablehnung durch den eBay-Verwaltungsrat und der erheblichen Größendifferenz zwischen beiden Unternehmen fraglich. Die Situation dürfte die Finanzmärkte in den kommenden Wochen weiter beschäftigen.

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