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Fusion aus Not: Sparkasse Wunstorf und Hannover

Personalengpass zwingt kleine Sparkasse zum Zusammenschluss mit großem Partner

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Fusion aus Not: Sparkasse Wunstorf und Hannover

Die Stadtsparkasse Wunstorf befindet sich in Fusionsgesprächen mit der größeren Sparkasse Hannover. Hauptgrund für diesen Schritt ist ein gravierender Personalengpass, der besonders kleinere Institute hart trifft. Die Sparkasse Wunstorf kann vakante Stellen oft nicht zeitnah neu besetzen, da sich viele leitende Mitarbeiter für andere Karrierewege entschieden haben. Aufgrund des Fachkräftemangels unterstützen Beschäftigte der Sparkasse Hannover bereits seit Mitte Juni die Stadtsparkasse Wunstorf und werden dies auch in den kommenden Monaten tun.

Einige Sparkassen und Volksbanken in Deutschland haben Fusionen aufgrund des Fachkräftemangels bereits durchgeführt oder planen diese. Experten gehen davon aus, dass der Personalmangel weitere kleinere Banken zu Zusammenschlüssen drängen wird. Die demografische Entwicklung spielt hierbei ebenfalls eine Rolle. Bei den Sparkassen, die führend im Geschäft mit privaten Kunden sind, werden bis 2034 etwa 45.000 der aktuell rund 190.000 Beschäftigten in den Ruhestand gehen.

Besonders schwierig ist die Situation bei der Sparkasse Wunstorf, einer der kleinsten Sparkassen Deutschlands mit nur knapp 80 Beschäftigten. Schon die Nichtbesetzung weniger Stellen führt dort zu erheblichen Einschränkungen. Die Stadt Wunstorf berichtete, dass es im vergangenen Jahr eine starke Personalfluktuation bei der Sparkasse gegeben habe und dass sich dieser Trend auch 2024 fortsetzen werde. Besonders betroffen sei im Jahr 2023 das Geschäft mit direktem Kundenkontakt gewesen, während 2024 auch Fachkräfte für spezifische Bereiche wie Bankenregulierung fehlen.

Ein weiteres Problem stellt der bevorstehende Abgang des Sparkassenchefs Heiko Menz dar. Sein Vertrag, der Ende Januar 2025 ausläuft, wurde nicht verlängert. Menz steht seit Anfang 2015 an der Spitze der Sparkasse, doch das Verhältnis zur Politik und zur Spitze des Verwaltungsrats war schon länger schwierig. Der Verwaltungsratsvorsitzende, Wunstorfs Bürgermeister Carsten Piellusch (SPD), bestätigte, dass das Auswahlverfahren für Menz’ Nachfolge erfolgreich abgeschlossen sei. Es sei jedoch unwahrscheinlich, dass die gefundene Nachfolgerin oder der Nachfolger den Posten tatsächlich übernehmen wird, da ein Vertragsschluss bis zum Abschluss der Fusionssondierungen ausgesetzt ist.

Die Vorstände der beiden Sparkassen sollen bis Ende September einen möglichen Zusammenschluss prüfen. Danach könnten die Verwaltungsräte eine Entscheidung treffen. Die Sparkasse Hannover, die rund 1900 Beschäftigte zählt und eine Bilanzsumme von gut 20 Milliarden Euro aufweist, ist fast 30-mal so groß wie die Sparkasse Wunstorf. Eine Unterstützung durch eine konkurrierende Sparkasse ist dabei äußerst ungewöhnlich, zeigt jedoch die Dringlichkeit der Situation.

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