FTSE 100 legt zu: SkinBio stürzt nach Bilanzskandal ab
Britischer Leitindex startet positiv in die Woche, während SkinBioTherapeutics nach Vorwürfen gegen Ex-CEO einbricht.

Der britische Leitindex FTSE 100 ist am Montag mit leichten Gewinnen in die Handelswoche gestartet. Um 11:29 Uhr deutscher Zeit notierte der Blue-Chip-Index 0,1 Prozent im Plus. Anleger blicken nun gespannt auf wichtige Konjunkturdaten: Am Dienstag werden Arbeitsmarktzahlen erwartet, am Mittwoch folgen die Inflationsdaten. Diese könnten die Zinsentscheidung der Bank of England im kommenden Monat maßgeblich beeinflussen.
Das britische Pfund gab gegenüber dem US-Dollar minimal um 0,01 Prozent auf 1,3647 Dollar nach. Während der deutsche DAX unverändert notierte, legte der französische CAC 40 um 0,3 Prozent zu.
Dramatischer Kurseinbruch bei SkinBioTherapeutics
Den stärksten Kursverlust des Tages verzeichnete SkinBioTherapeutics mit einem Minus von über 37 Prozent. Der Spezialist für Hautgesundheit hat eine Untersuchung gegen den ehemaligen CEO Stuart Ashman eingeleitet. Hintergrund sind Vorwürfe erheblicher finanzieller Fehldarstellungen, die das Unternehmen zwingen, den gemeldeten Umsatz für 2025 um 17 Prozent nach unten zu korrigieren.
Lizenzeinnahmen in Höhe von 770.000 Britischen Pfund müssen storniert werden. Neue Informationen vom 13. Februar hätten "erhebliche Zweifel" an der Rechtmäßigkeit dieser Einnahmen aufkommen lassen, teilte das Unternehmen mit. Die operativen Verluste werden sich dadurch deutlich ausweiten, die Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2026 dürften weit unter den Markterwartungen liegen.
Barratt Redrow unter Druck
Die Aktien des Immobilienentwicklers Barratt Redrow fielen um über 2 Prozent, nachdem die Deutsche Bank ihre Gewinnprognosen gesenkt hatte. Analyst Chris Millington kürzte das Kursziel um 15 Prozent von 536 auf 454 Pence, behielt jedoch die Kaufempfehlung bei. Die Aktie schloss bei 388,90 Pence.
Als Gründe für die Herabstufung nannte das Brokerhaus verschlechterte Handelsbedingungen und steigende Kosten für Brandschutzsanierungen. Die Schätzungen für den bereinigten Vorsteuergewinn wurden um 9 Prozent für das Geschäftsjahr 2026, um 6 Prozent für 2027 und um 7 Prozent für 2028 reduziert.
Weitere Unternehmensnachrichten
Optima Health verlor 4,8 Prozent nach der Ankündigung, PAM Healthcare Limited für rund 100 Millionen Britische Pfund zu übernehmen. Die Finanzierung erfolgt durch neue Kreditfazilitäten bei HSBC und Barclays über 70 Millionen Pfund sowie eine Brückenfinanzierung von 30 Millionen Pfund durch Deacon Street Partners Limited, das vom Großaktionär Lord Ashcroft kontrolliert wird.
Schroders wurde von RBC Capital Markets auf "Sector Perform" herabgestuft. Die Analysten sehen nach dem Übernahmeangebot von Nuveen nur noch begrenztes Aufwärtspotenzial für die Aktien des Vermögensverwalters. Das Kursziel wurde auf 610 Pence angehoben, um die Barabfindung von 612 Pence pro Aktie widerzuspiegeln.
Immobilienmarkt zeigt sich stabil
Auf dem britischen Immobilienmarkt blieben die Angebotspreise im Februar nahezu unverändert, wie das Portal Rightmove mitteilte. Der durchschnittliche Preis für neu gelistete Häuser fiel um lediglich 12 Pfund auf 368.019 Pfund, nach einem kräftigen Anstieg von 2,8 Prozent im Januar. Trotz der Stagnation im Februar liegen die Preise um 2,8 Prozent höher als im Dezember – der stärkste Jahresauftakt seit 2020.
Laut BBC prüft die britische Regierung, ob sie den Zeitplan für die Anhebung der Verteidigungsausgaben auf 3 Prozent der Wirtschaftsleistung beschleunigen soll. Im Februar 2024 hatte sich Großbritannien verpflichtet, die jährlichen Verteidigungsausgaben bis 2027 auf 2,5 Prozent des BIP zu steigern, mit dem Ziel, nach der Unterhauswahl 2029 die 3-Prozent-Marke zu erreichen.
