Frankreichs Haushaltsdefizit 2025 besser als erwartet – INSEE meldet 5,1%
Das französische Statistikamt INSEE überrascht mit einem Defizit von 5,1% des BIP – deutlich unter der Regierungsprognose.

Frankreich hat sein Haushaltsdefizit im Jahr 2025 stärker als erwartet reduziert. Das Statistikamt INSEE veröffentlichte am Freitag die offiziellen Zahlen: Das öffentliche Finanzierungsdefizit lag bei 5,1% der Wirtschaftsleistung. Die Regierung hatte zuletzt noch 5,4% prognostiziert.
Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das eine spürbare Verbesserung. 2024 hatte das Defizit noch bei 5,8% des Bruttoinlandsprodukts gelegen. Als Hauptgrund nennt INSEE ein stärkeres Wirtschaftswachstum, das die Prognosen übertraf.
Schuldenstand weiter gestiegen
Trotz des positiven Defizit-Signals stieg die französische Staatsverschuldung weiter an. Sie kletterte 2025 auf 115,6% des BIP, nach 112,6% im Jahr 2024. Auch hier übertraf Frankreich die eigenen Erwartungen leicht – die Regierung hatte 115,9% eingeplant.
Für deutsche Anleger und Beobachter der Eurozone ist der Trend bedeutsam: Frankreich bleibt trotz der Verbesserung weit von der EU-Defizitgrenze von 3% entfernt. Paris steht damit unter erheblichem fiskalischen Druck, den Haushalt langfristig zu konsolidieren.
Langer Weg zurück zur EU-Norm
Die französische Regierung verfolgt einen mittelfristigen Konsolidierungsplan. Bis 2029 soll das Defizit wieder unter die EU-Obergrenze von 3% des BIP gedrückt werden. In diesem Jahr peilt Paris zunächst einen Wert von 5,0% an – ein kleiner, aber symbolisch wichtiger Schritt.
Die Zahlen dürften die Diskussion in Brüssel über das laufende EU-Defizitverfahren gegen Frankreich beeinflussen. Frankreich befindet sich seit 2024 offiziell in einem solchen Verfahren und muss regelmäßig Fortschritte nachweisen. Die aktuellen Daten könnten den Druck auf Paris vorübergehend etwas mildern.
