Frankreich und Oman fordern freie Durchfahrt durch Straße von Hormus
Macron und Sultan Haitham bekräftigen gemeinsam die Schifffahrtsfreiheit in der strategisch wichtigen Meerenge ohne Bedingungen.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Omans Sultan Haitham bin Tariq haben sich gemeinsam für eine uneingeschränkte Durchfahrt durch die Straße von Hormus ausgesprochen. Nach einem Treffen der beiden Staatsoberhäupter in Paris veröffentlichte das Büro von Macron eine gemeinsame Erklärung, in der beide Seiten ihre klare Haltung zur Schifffahrtsfreiheit in der strategisch bedeutsamen Meerenge darlegten.
„Die beiden Staatsoberhäupter betonten die Bedeutung der Wiedereröffnung der Straße von Hormus und bekräftigten ihre Verpflichtung, die Freiheit der Schifffahrt ohne Bedingungen oder Einschränkungen zu gewährleisten, einschließlich des Rechts auf Transitpassage im Einklang mit dem Seerecht", heißt es in der offiziellen Erklärung aus dem Élysée-Palast.
Strategische Bedeutung der Meerenge
Die Straße von Hormus gilt als eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Durch diese enge Meerenge zwischen dem Oman und dem Iran wird ein erheblicher Teil des global gehandelten Erdöls und Flüssiggases transportiert. Störungen in diesem Seegebiet haben daher unmittelbare Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte und die Versorgungssicherheit vieler Länder, darunter auch Deutschland und andere europäische Staaten.
Oman nimmt in der Golfregion eine besondere diplomatische Rolle ein. Das Sultanat unterhält traditionell gute Beziehungen zu allen Seiten im Nahen Osten und gilt als wichtiger Vermittler in regionalen Konflikten. Die Positionierung Omans gemeinsam mit Frankreich für eine bedingungslose Schifffahrtsfreiheit unterstreicht die geopolitische Sensibilität der aktuellen Lage rund um die Meerenge.
Appell an das internationale Seerecht
Besonders bemerkenswert ist der ausdrückliche Verweis beider Staatsoberhäupter auf das internationale Seerecht als Grundlage für die Transitpassage. Damit senden Paris und Maskat ein klares Signal, dass die Nutzung der Straße von Hormus keinen politischen Bedingungen unterworfen werden darf. Die Formulierung „ohne Bedingungen oder Einschränkungen" ist dabei als deutliche diplomatische Botschaft zu verstehen.
Für deutsche Anleger und Unternehmen ist die Lage rund um die Straße von Hormus von erheblicher wirtschaftlicher Relevanz. Energiepreise, Frachtkosten und die Versorgung mit Rohstoffen hängen maßgeblich davon ab, ob diese Wasserstraße offen und sicher befahrbar bleibt. Jede Eskalation in der Region kann sich rasch auf die internationalen Rohstoff- und Energiemärkte auswirken.
