Ford und UAW erzielen Rekordvereinbarung
Lohnsteigerungen könnten Druck auf andere Autohersteller erhöhen

Die US-Autobranche, insbesondere das renommierte Unternehmen Ford, hat kürzlich einen bedeutenden Durchbruch im Tarifstreit erzielt. Nach wochenlangen Verhandlungen und einem sechswöchigen Streik haben sich die Vertreter von Ford Motor und der mächtigen Gewerkschaft United Auto Workers (UAW) auf eine vorläufige Vereinbarung verständigt. Das Ergebnis dieser Verhandlungen ist eine historische Übereinkunft: Eine Einkommenserhöhung von 25 Prozent über die mehrjährige Laufzeit des Tarifvertrags.
Der UAW-Präsident Shawn Fain gab bekannt, dass dieser Vertrag mit einer Laufzeit von 4,5 Jahren verbunden ist und eine Rekordlohnerhöhung für die Ford-Arbeiter vorsieht. Ab sofort können die Ford-Mitarbeiter eine Lohnerhöhung von elf Prozent erwarten. Wenn man Zinseszinsen und Lebenshaltungskosten berücksichtigt, erhöht sich der Lohn über den Zeitraum des Vertrags um beeindruckende 33 Prozent, was einem Stundenlohn von über 40 Dollar entspricht.
Der UAW-Präsident drückte seine Zufriedenheit über das Abkommen in einem Facebook-Videobeitrag aus und betonte, wie die Arbeitsniederlegungen bei Ford letztlich zum Erfolg geführt haben. Er merkte an: "Wir haben Ford gesagt, sie sollen zahlen, und sie haben es getan." Dieser Deal, der noch die Zustimmung der Gewerkschaftsführung und der Mitglieder benötigt, markiert den ersten bedeutenden Erfolg seit dem Beginn der Arbeitsniederlegungen von insgesamt 45.000 Gewerkschaftsmitgliedern, die nicht nur bei Ford, sondern auch bei General Motors und Stellantis, dem Mutterkonzern von Chrysler, stattfanden.
Die Einigung bei Ford könnte auch Auswirkungen auf andere Autohersteller haben. Die Gewerkschaft hat die Ford-Mitarbeiter dazu aufgefordert, ihre Arbeit wieder aufzunehmen. Ein solcher Schritt soll den Druck auf andere große Namen der Branche, wie General Motors und den Peugeot-Konzern Stellantis, erhöhen.
Interessanterweise lag die ursprüngliche Forderung der UAW bei einer Lohnerhöhung von 40 Prozent, was im Vergleich zu den Einkommenssteigerungen im Top-Management der großen Autokonzerne steht. Vor dem Beginn der Streiks waren die Autobauer bereit, Zuwächse von bis zu 20 Prozent über eine Laufzeit von viereinhalb Jahren in Betracht zu ziehen.
