Ford ruft 102.159 F-Series-Pickups wegen defekter Tachos in USA zurück
Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA meldet einen Rückruf von 102.159 F-Series-Lkw; Händler tauschen die Instrumentencluster-Module kostenlos aus.

Ford Motor ruft in den Vereinigten Staaten 102.159 F-Series-Lkw zurück. Grund sind fehlerhafte Anzeigeinstrumente, wie die National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) am Dienstag mitteilte. Betroffen sind ausschließlich Fahrzeuge in den USA.
Nach Angaben der Behörde können der analoge Drehzahlmesser, der die Motordrehzahl in Umdrehungen pro Minute anzeigt, sowie der Tacho stecken bleiben oder sich unregelmäßig bewegen. In der Folge zeigen sie ungenaue Werte an. Für Fahrer bedeutet das, dass sie sich auf die zentralen Informationen über Geschwindigkeit und Motordrehzahl nicht verlassen können.
Der Rückruf betrifft bestimmte Modelle der Baujahre 2025 bis 2026. Namentlich nennt die NHTSA die Varianten F-250 SD, F-350 SD, F-450 SD, F-550 SD und F-600 sowie den 2026er F-150 und den F-750 SD. Die Abkürzung SD steht dabei für die schwereren Super-Duty-Ausführungen der Baureihe.
Die Details
Im Mittelpunkt des Rückrufs steht laut NHTSA das Instrumentencluster-Modul. Dieses Bauteil steuert die Anzeigen im Cockpit, darunter Tacho und Drehzahlmesser. Fällt es fehlerhaft aus, können die Zeiger nach Angaben der Behörde hängen bleiben oder unregelmäßig ausschlagen.
Die Lösung sieht der Hersteller in einem Austausch: Die Händler werden die Instrumentencluster-Module kostenlos ersetzen, teilte die Behörde mit. Den betroffenen Fahrzeughaltern entstehen dadurch keine Kosten für das Bauteil.
Die Zahl der betroffenen Fahrzeuge gibt die NHTSA mit exakt 102.159 an. Die Mitteilung stammt von Reuters und wurde am 20. Oktober veröffentlicht. Eine zeitliche Angabe, bis wann die Halter informiert oder die Fahrzeuge umgerüstet werden, enthält der Bericht nicht.
Bemerkenswert ist die Bandbreite der betroffenen Modelle. Sie reicht vom leichteren F-150 des Modelljahres 2026 bis zum schweren F-750 SD. Damit sind sowohl im privaten Gebrauch verbreitete Pick-ups als auch gewerblich genutzte Nutzfahrzeuge von der Maßnahme erfasst. Für Flottenbetreiber und Handwerksbetriebe, die auf ihre Fahrzeuge angewiesen sind, kann ein Werkstattaufenthalt organisatorischen Aufwand bedeuten.
Hintergrund: Was bisher geschah
Es ist nicht der erste Rückruf, den aktien.news für Ford in diesem Jahr berichtet hat. Bereits am 26.02.2026 berichtete aktien.news, dass Ford 4,3 Millionen Pick-ups und SUVs in den USA zurückruft. Damals ging es um einen Softwarefehler, der die Bremsfunktion und die Außenbeleuchtung außer Kraft setzen konnte, vor allem beim Ziehen eines Anhängers. Ein elektronisches Modul konnte demnach die Kommunikation mit dem Fahrzeugsystem verlieren, was zum Ausfall der Brems- und Blinkleuchten oder sogar zum vollständigen Verlust der Bremsfunktion führen konnte.
Am 02.02.2026 berichtete aktien.news, dass die NHTSA ihre Untersuchung zu Getriebeproblemen beim Ford F-150 ausgeweitet hat. Betroffen waren rund 1,3 Millionen Fahrzeuge der Modelljahre 2015 bis 2017, die mit dem 6R80-Getriebe ausgestattet sind. Die Behörde reagierte damit auf Beschwerden von Fahrzeughaltern über abrupte Herunterschaltvorgänge, die zu plötzlicher Verzögerung und in einigen Fällen zu einem kurzen Blockieren oder Schleudern der Hinterräder führen konnten.
Am 07.03.2026 berichtete aktien.news über zwei Rückrufe von Ford für insgesamt 1,74 Millionen Fahrzeuge in den USA wegen Defekten an der Rückfahrkamera. Der erste Rückruf umfasste rund 850.000 Fahrzeuge der Modelle Bronco und Edge, der zweite etwa 890.000 Fahrzeuge der Modelle Escape und Explorer sowie der Lincoln-Modelle Corsair und Aviator. Ursache war unter anderem ein Computermodul, das überhitzen und sich abschalten konnte.
Der aktuelle Fall reiht sich damit in eine Serie von Qualitäts- und Sicherheitsmaßnahmen ein, die Ford in den USA in kurzer Folge abarbeitet. Zum Vergleich: Am 31.01.2026 berichtete aktien.news über einen Rückruf des Wettbewerbers Toyota in den USA. Betroffen waren 161.268 Fahrzeuge, bei denen die Anzeige der Rückfahrkamera beim Einlegen des Rückwärtsgangs nicht ordnungsgemäß funktionierte.
Was das für Anleger bedeutet
Rückrufe gehören in der Automobilbranche zum Geschäftsalltag. Sie sind zunächst kein Hinweis auf eine akute Bestandsgefährdung eines Herstellers, sondern eine gesetzlich geregelte Reaktion auf erkannte Mängel. Für die Bewertung von Ford-Aktien relevant ist vor allem die Frage, wie häufig und wie schwerwiegend solche Maßnahmen ausfallen. Die Serie der hier dokumentierten Fälle aus dem laufenden Jahr zeigt, dass die Behörde NHTSA mehrfach tätig wurde.
Ein Punkt, den Anleger im Blick behalten sollten, ist die Kostenbelastung. Im aktuellen Fall tauschen die Händler die Instrumentencluster-Module kostenlos aus, wie die NHTSA mitteilte. Über die Höhe der daraus entstehenden Kosten macht der Bericht keine Angabe. Auch zur Frage, ob und in welchem Umfang Rückstellungen gebildet werden, enthält der Quelltext keine Information.
Für deutsche Privatanleger ist die Einordnung wichtig, dass es sich um einen reinen US-Rückruf handelt. Der Bericht nennt ausdrücklich Fahrzeuge in den USA. Aussagen über andere Märkte oder über europäische Modelle lassen sich daraus nicht ableiten. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung verbindet sich mit diesen Fakten nicht.
Ausblick
Der Quelltext nennt als konkrete Maßnahme den kostenlosen Austausch der Instrumentencluster-Module durch die Händler. Ein Zeitplan, ein Start- oder Enddatum der Umrüstaktion oder eine Angabe zur Zahl bereits informierter Halter ist dem Bericht nicht zu entnehmen. Auch zu möglichen weiteren Rückrufen macht die Mitteilung keine Aussage.
Aus den Archivberichten ergeben sich ebenfalls keine künftigen Termine für Ford. Der Bericht vom 02.02.2026 verwies lediglich auf eine laufende Untersuchung der NHTSA zu Getriebeproblemen beim F-150. Wie diese ausgeht, war zum damaligen Zeitpunkt offen. Neue Anhaltspunkte dazu liefert der aktuelle Quelltext nicht.
Kurz erklärt
- NHTSA: Die US-Behörde für Verkehrssicherheit, die Rückrufe von Fahrzeugen in den Vereinigten Staaten überwacht und bekannt gibt.
- Drehzahlmesser: Ein Anzeigeinstrument im Cockpit, das die Motordrehzahl in Umdrehungen pro Minute darstellt.
- Tachometer: Das Anzeigeinstrument, das dem Fahrer die aktuelle Geschwindigkeit des Fahrzeugs anzeigt.
- Instrumentencluster-Modul: Die elektronische Baugruppe, die die Anzeigen und Zeiger im Armaturenbrett eines Fahrzeugs steuert.
- Rückruf: Eine von der Behörde bekannt gegebene Maßnahme, mit der ein Hersteller einen erkannten Mangel an Fahrzeugen behebt.
