Fondsmanager setzen verstärkt auf US-Aktien
Liquiditätsrückgang und Risiken für globale Märkte im Fokus der Bank of America

Die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage der Bank of America (BofA) unter 171 Fondsmanagern, die ein Vermögen von insgesamt 450 Milliarden Dollar verwalten, zeigen eine bemerkenswerte Entwicklung in der globalen Kapitalallokation. Die Liquiditätsquote in den Portfolios ist im Dezember auf 3,9 Prozent gesunken, was den niedrigsten Stand seit dreieinhalb Jahren markiert. Diese Bewegung signalisiert eine massive Umschichtung zugunsten von US-Aktien und löste bei der BofA ein Warnsignal aus. Laut BofA-Stratege Michael Hartnett könnte diese Entwicklung ein Vorbote von Verlusten im globalen Aktienmarkt sein. Historische Daten belegen, dass der MSCI All Country World Index nach ähnlichen Liquiditätsrückgängen seit 2001 im Folgemonat durchschnittlich um 2,4 Prozent gesunken ist.
Das Gewicht von US-Aktien in den Portfolios der Fondsmanager erreichte im Dezember ein Rekordhoch von netto 36 Prozent. Gleichzeitig wurden europäische Aktien auf das niedrigste Niveau seit Oktober 2022 untergewichtet, während britische und japanische Dividendenwerte ebenfalls unterdurchschnittlich gewichtet sind. Schwellenländeraktien verzeichneten ebenfalls Rückgänge, blieben jedoch im Vergleich zu den jeweiligen Benchmarks übergewichtet. Anleihen gelten weiterhin als die am wenigsten bevorzugte Anlageklasse, gefolgt von Rohstoffen.
Die jüngste Kapitalbewegung in den US-Markt wird durch eine optimistische Erwartungshaltung gestützt, dass die bevorstehende Wirtschaftspolitik des designierten US-Präsidenten Donald Trump, gepaart mit Zinssenkungen führender Notenbanken und einer möglichen wirtschaftlichen Erholung Chinas, die Gewinne der US-Unternehmen beflügeln wird. Die Umfrageergebnisse deuten darauf hin, dass die globale Risikobereitschaft auf einem Dreijahreshoch liegt, da Investoren zunehmend auf diese positiven Aussichten setzen.
Während führende Indizes wie der DAX und der Nasdaq 100 neue Rekordstände erreichten, zeigt der Markt dennoch erste Anzeichen von Volatilität. Der Dax schloss kürzlich bei 20.522 Punkten und verzeichnete damit sein 46. Rekordhoch in diesem Jahr, jedoch mit einer leichten Abschwächung danach. Ähnlich erreichte der Nasdaq 100 mit 22.133 Punkten einen neuen Höchststand, während der S&P 500 und der Dow Jones ebenfalls signifikante Zuwächse seit Jahresbeginn verbuchen konnten.
Die größten Risiken für die Märkte sehen die Fondsmanager in einer potenziellen weltweiten Rezession, ausgelöst durch Handelskonflikte, sowie in der Möglichkeit, dass die US-Notenbank ihre Zinspolitik revidieren könnte, falls die Inflation durch Trumps Wirtschaftspolitik erneut ansteigt. Gleichzeitig könnten Hoffnungen auf eine Stabilisierung der chinesischen Wirtschaft, technologische Fortschritte und geopolitische Entspannung die Aktienmärkte im Jahr 2025 weiterhin stützen.
